RWE: Größte Verluste in der Geschichte des Versorgers

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.03.2017

Für Deutschlands Energieriesen RWE brachte das vergangene Jahr einen Milliardenverlust. Die gefallenen Großhandelspreise für Strom schickten das Unternehmen tief in die roten Zahlen. Dennoch erteilte der Konzernchef Gerüchten um den Verkauf des Tochterunternehmens für Öko-Strom eine Absage. Während die Aktionäre des Versorgers durch das Krisenjahr leer ausgingen, gelobte RWE jetzt Besserung und versprach baldige Dividenden.

Der Energieanbieter RWE hat ein wahres Katastrophenjahr mit Milliardenverlusten hinter sich. Gefallene Großhandelspreise für Strom brachten dem größten Stromversorger Deutschlands die tiefsten roten Zahlen der 120-jährigen Geschäftsgeschichte. Das aufkeimende Gerücht, RWE plane den Verkauf der grünen Tochter Innogy, wurde von Konzernchef Schmitz nicht bestätigt. Versprochen wurden hingegen eine baldige Besserung und Dividenden für die gebeutelten Aktionäre.

Zwischen Verlusten und Versprechen

Der Vorstandschef Martin Schmitz musste sich auf der jährlichen Pressekonferenz zahlreichen Vorwürfen stellen. Verluste in Höhe von 5,7 Milliarden Euro, Zweifel an seinem Gehalt und Aktionäre ohne Dividenden brachten viel Kritik ein, die zusätzlich durch Gerüchte beheizt wurden. Angeblich plane der Energiekonzern Engie aus Frankreich die Übernahme der Öko-Strom-Tochter Innogy. RWE widersprach den Spekulationen und verkündete, dass die Mehrheit der Innogy-Teile unter allen Umständen beim Mutterkonzern verblieben.

Grund für den Rekordverlust sieht RWE in den Strompreisen und dem teuren Atomkompromiss der Bundesregierung. Für das laufende Geschäftsjahr versprach Deutschlands größter Stromversorger bessere Zahlen und eine stabile Dividende ab dem Folgejahr. Der Ebitda soll in diesem Jahr zwischen 5,4 und 5,7 Milliarden Euro betragen und auch das Netto-Ergebnis soll wieder zulegen. Lichtblick war die Tochter Innogy, die der Mutter eine Gewinnbeteiligung von fast 700 Millionen Euro einbrachte.

Zukunft von Unternehmen und Aktionären

Während Vorzugsaktionäre 13 Cent pro Papier erhalten, müssen die Stammaktionäre des Energieversorgers wegen der finanziellen Schieflage auch 2016 ganz auf Zahlungen verzichten. Trotz einiger Proteste wurde dies gebilligt, da für 2017 wieder 50 Cent pro Aktie versprochen wurden, die als Untergrenze für die Folgejahre fungieren sollen. Für Schmitz, der den Vorsitz erst zum Börsengang Innogys im Oktober übernahm, geht es jetzt vor allem darum, die solide Grundlage des Unternehmens weiterzuentwickeln.

Er tritt in die Fußstapfen des früheren RWE-Chefs Peter Terium, der seinerseits die Führung Innogys übernahm. Ende 2015 hatte RWE mit der Aufspaltung des Konzerns überrascht und 2016 die erneuerbaren Energien an die Öko-Strom-Tochter ausgelagert. Das zukunftsträchtige Geschäft steht weit besser da als die konventionellen Kraftwerke. Anlagen für Wind sowie Solar dürfen bevorzugt in das Netz einspeisen und verdrängen die klassischen Kraftwerke zusehends.

Quellen: Handelsblatt, FAZ

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