Schenkung: Gesetzesänderung sorgt für Anstieg 2014

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.10.2015

Weil das Erbschaftsteuergesetz 2016 geändert werden soll, kam es 2014 zu einem Rekordanstieg bei Erbschaft und Schenkung. In beiden Bereichen zusammen wurden 108,8 Milliarden Euro weitergegeben. Gerade die Schenkungen haben um 77 Prozent zugenommen. Vor allem Familienunternehmer haben sich dafür entscheiden.

Im Jahr 2014 haben sich laut Informationen der „Welt“ besonders viele Menschen für eine Schenkung entschieden. Auch bei den Erbschaften gab es einen erheblichen Anstieg. Als Grund ist die für 2016 geplante Novelle beim Erbschaftsteuergesetz zu nennen, durch die zukünftig bei der Erbschaft eine höhere Steuer an den Staat abzuführen sein wird. Eine Schenkung ist sehr oft als vorgezogene Erbschaft zu bewerten und gerade Familienunternehmer haben sich im vergangenen Jahr für diese Variante der Vermögensübertragung entschieden.

77 Prozent Zunahme bei Schenkung, 25 Prozent bei Erbschaft

Während 2013 noch rund 40 Milliarden Euro verschenkt wurden, waren es 2014 ganze 70 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 77 Prozent entspricht. Auch Erbschaften haben zugenommen. Hier war ein Anstieg um 25 Prozent auf 38,3 Milliarden Euro zu verzeichnen. Insgesamt haben die Deutschen im vergangenen Jahr 108,8 Milliarden Euro vererbt und verschenkt. Bei großen Vermögensübertragungen im Wert von mehr als 20 Millionen Euro gab es einen besonders deutlichen Anstieg um rund 131 Prozent. Es wurden vor allem Anteile an Kapitalgesellschaften, Wertpapiere und Bankguthaben an die nächste Generation weitergegeben.

Änderung beim Erbschaftsteuergesetz vor allem für Familienunternehmen

Von der anstehenden Änderung beim Erbschaftsteuergesetz sind vor allem Familienunternehmen betroffen. Im Dezember 2014 wurde vom Bundesverfassungsgericht beschlossen, dass Firmenerben nicht mehr bei der Erbschaftsteuer bevorzugt werden sollen. Bis Juni 2016 muss die Bundesregierung diesen Beschluss gesetzlich umsetzen. Nach Angaben des Finanzministeriums sind durch die Änderung staatliche Mehreinnahmen von 200 Millionen Euro realistisch. In Vorbereitung auf die Gesetzesnovelle haben 2014 besonders viele Familienunternehmer eine Schenkung durchgeführt: Mit einem Anteil von 62,7 Prozent war Betriebsvermögen die größte übertragene Vermögensart. Der Anstieg gegenüber 2013 betrug hier sogar 121 Prozent.

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