Schließfächer-Boom bei deutschen Banken

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.01.2017

Laut einer Umfrage des „Handelsblatts“ sind 80 Prozent aller Schließfächer in Deutschlands Geldhäusern belegt. Einige Banken arbeiten bereits daran, ihre Kapazitäten zu vergrößern. Dadurch steigen auch die Gebühren für die beliebte Lagermöglichkeit von Wertsachen, Gold oder Bargeld. Der Hauptgrund für den Boom der Tresore ist die steigende Angst vor Einbrüchen und Diebstählen des Eigentums.

Die Commerzbank besitzt deutschlandweit 230.000 Schließfächer, von welchen ungefähr zwei Drittel, also circa 150.000 Stück, belegt sind. Bei der Stadtsparkasse München sind 95 Prozent ausgebucht, die Sparda Bank West kann schon nicht mehr alle Kunden mit Schließfächern versorgen. In diesem Fall führen Banken mittlerweile schon Wartelisten. Umbaumaßnahmen sind eine beliebte Maßnahme, um das Tresorangebot zu vergrößern - so geschehen in der Stadtsparkasse Düsseldorf, wo beim Umbau direkt 1.400 neue Schließfächer installiert wurden.

Angst vor Einbrüchen steigt - und damit auch die Nachfrage an Schließfächern

Banken registrierten verstärkt ein höheres Sicherheitsbedürfnis ihrer Kunden. Die meisten fürchteten sich vor Einbrüchen: 2015 wurden mehr als 167.000 Einbrüche und Einbruchsversuche registriert - so viel wie seit den Neunzigerjahren nicht mehr. Der Hauptgrund dafür scheinen kriminelle Banden aus dem Ausland zu sein, so Ermittler. Die Mietgebühren sind aufgrund der hohen Nachfrage ebenfalls gestiegen, bei der Stadtsparkasse München um 40 Prozent, bei der Commerzbank um 19 Prozent. Letztere bietet ein Schließfach in der Größe eines DIN A4 Umschlags ab jährlich 89 Euro an.

Eine weitere Sorge der Personen, die ein Schließfach mieten, ist die Einführung von Strafzinsen. Hierbei sollen besonders hohe ersparte Summen besteuert werden, um die Betroffenen zum Ausgaben zu bewegen. In Folge dessen wird das Schließfach oft zur günstigeren Alternative für Ersparnisse.

Auch Tresorhersteller profitieren von dem Trend

Vielen Kunden ist es wichtig, durchgehend Zugriff auf ihr Geld zu haben. Aufgrund der gestiegenen Gebühren ist es für viele eine realistische Alternative, sich selber einen Tresor für das Eigenheim zu kaufen. Sie sind sich der laufenden Kosten bewusst und bevorzugen ein Schließfach, auf welches sie durchgehend Zugriff haben. Der größte deutsche Tresorhersteller Burg-Wächter konnte deswegen ebenfalls wachsende Absätze vermelden.

Quellen: RP Online, Spiegel Online

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