SCHUFA: Prüfung wegen neuer Datenschutzregeln

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.06.2018

Seit dem 25. Mai ist die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) endgültig in Kraft. Laut einem aktuellen Zeitungsbericht der „Welt“ könnte das auch zu Problemen bei der SCHUFA führen. Wollten Verbraucher bisher eine möglichst schnelle Auskunft über ihre Daten haben, mussten sie dafür Geld bezahlen. Die DSGVO könnte dieses Geschäftsmodell jetzt gefährden – was sich für Verbraucher positiv auswirken könnte.

Der hessische Datenschutzbeauftragte prüft derzeit, ob das Geschäftsgebaren der SCHUFA tatsächlich mit der neuen DSGVO vereinbar ist – so die Welt. Demnach sehe die Behörde die Praxis der Wirtschaftsauskunftei kritisch, weil bisher nur auf dem Postweg kostenfrei Auskunft über gespeicherte Daten gewährt wird. Verbraucher müssen so rund zwei Wochen auf Informationen warten – und entscheiden sich daher oft für die kostenpflichtige, elektronische Abfrage der Auskunft.

DSGVO verpflichtet zur kostenfreien Auskunft

Die DSGVO könnte der SCHUFA  jetzt einen Strich durch die Rechnung machen. Laut Artikel 15 müssen Unternehmen seit Ende Mai zeitnah und elektronisch Auskunft über von Personen gespeicherte Daten erteilen – und zwar kostenfrei. Eine Beschränkung des Auskunftsrechts ist ebenfalls nicht vorgesehen, bei der SCHUFA derzeit aber auf die einmalige Abfrage pro Kalenderjahr beschränkt.

Das Unternehmen hat bereits auf den Artikel 15 reagiert und zumindest den Hinweis „einmal jährlich kostenfrei“ von der Homepage entfernt. Einen kostenlosen Download aller gespeicherten Daten bietet die SCHUFA aber immer noch nicht an. Dieser würde die kostenpflichtigen Angebote des Unternehmens wie etwa „MeineSchufa“ weitgehend überflüssig machen. Hierbei erhalten Verbraucher zwar noch weitere Dienstleistungen, doch den meisten Nutzern gehe es laut der Welt vor allem um die direkte Selbstauskunft.

Kritik an der SCHUFA

Das Vorgehen der SCHUFA sieht die hessische Landesdatenschutzbehörde kritisch: „Eine datenschutzrechtliche Auskunft nach Art. 15 der Datenschutz-Grundverordnung muss in einem gängigen elektronischen Format erteilt werden, wenn die betroffene Person den entsprechenden Antrag elektronisch stellt“, erklärt der zuständige Referent Martin Buchter auf Anfrage von WELT. „Die SCHUFA gibt auf ihren Webseiten jedoch an, dass Auskünfte nach Art. 15 DSGVO grundsätzlich nur postalisch erteilt würden. Ich habe das Unternehmen diesbezüglich bereits zur Stellungnahme aufgefordert und prüfe, inwiefern diese Praxis der SCHUFA zulässig ist oder nicht.“ Wie die Wirtschaftsauskunftei reagieren wird, bleibt indes abzuwarten.

Quelle: Spiegel, Welt.de

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