Schwedische Zentralbank erwägt digitale Währung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.11.2016

Die Schweden könnten schon bald eine eigene digitale Währung bekommen. Wie die Vizechefin der schwedischen Zentralbank in einem Interview mitteilte, werden derzeit die Möglichkeiten der Einführung geprüft. Ein vollständiger Ersatz für das unbeliebter werdende Bargeld soll die neue Währung aber nicht werden.

Die schwedische Zentralbank denkt offenbar über eine digitale Währung namens Ekrona nach. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) mit Bezug auf ein Interview der „Financial Times“ mit der Vizechefin der schwedischen Reichsbank, Cecilia Skingsley.

Digitale Währung als Reaktion auf Rückgang von Barzahlungen

Laut Skingsley hat ein drastischer Einbruch bei der Verwendung von Bargeld in Schweden die Reichsbank dazu gebracht, über eine digitale Währung nachzudenken. Seit 2009 hat sich die Zahl der im Umlauf befindlichen Scheine und Münzen um 40 Prozent reduziert. Ein Grund hierfür ist die steigende Beliebtheit des Onlinehandels, bei dem die Kunden direkt per Überweisung oder Lastschrift von ihrem Girokonto bezahlen. Zudem nutzen die Schweden auch im stationären Handel gerne ihre Konto- oder Kreditkarte zum Bezahlen. Wie Skingsley erklärte, wolle die Zentralbank nun auf diese Entwicklung reagieren und prüfen, wie sich eine digitale Währung realisieren lasse. Dabei sei eventuell auch die Technik möglich, die bei der digitalen Währung Bitcoin eingesetzt wird. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wünsche man sich eine Entscheidung, ob die neue Währung eingeführt werden soll.

Zentralbank möchte das Bargeld nicht abschaffen

Allerdings soll sie keinesfalls das Bargeld ersetzen, sondern laut Zentralbank-Vize Skingsley eine Ergänzung darstellen. Die Notenbankerin sieht allerdings einen Vorteil in der Möglichkeit, Transaktionen in digitaler Währung nachzuvollziehen, um illegale Aktivitäten einzudämmen. Generell wird Bargeld häufig mit Kriminalität in Verbindung gebracht: So beschloss zum Beispiel der EZB-Rat in diesem Jahr, den 500-Euro-Schein abzuschaffen. Ziel ist es auch hier, kriminelle Handlungen zu reduzieren. Würde Schweden tatsächlich eine digitale Währung einführen, wäre es das erste Land der Welt, in dem diese direkt von der Notenbank geschaffen wird.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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