Schwere Zeiten für Fälscher: Blütenzahlen gehen zurück

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.01.2017

Seit der Einführung des neuen 20-Euro-Scheins haben es Geldfälscher schwerer. Bei den im Vorjahr eingezogenen Blüten ist der Anteil um fast die Hälfte gefallen. Doch obwohl die Anzahl der gefälschten Scheine inzwischen zurückgeht, handelt es sich um den zweithöchsten Wert seit der Einführung des Euros im Jahre 2002.

2016 brachten Kriminelle 684.000 Blüten in Umlauf. Damit ist der Wert im Vergleich zum Vorjahr zwar um 24 Prozent gefallen, doch handelt es sich noch um den zweithöchsten Stand seit der Euro-Einführung. Im Rekordjahr 2015 konnten 899.000 Fälschungen festgestellt werden. Zu dem verbesserten Wert hat laut der EZB auch die Einführung des neuen 20-Euro-Schein beigetragen, dessen Anteil um fast die Hälfte fiel.

Erste Erfolge der neuen Sicherheitsmerkmale

Im vergangenen Jahr konnten sowohl in Deutschland als auch im Rest der Welt weniger gefälschte Euro-Scheine in Umlauf gebracht werden. Angaben der Europäischen Zentralbank zufolge zeigen die neuen Sicherheitsmerkmale somit erste Erfolge. Bei den weltweit entdeckten Scheinen konnte ein Rückgang von 24 Prozent, in Deutschland von 14 Prozent festgestellt werden. Insbesondere der neue 20-Euro-Schein erschwert Fälschern das Handwerk. Die Anzahl konnte, dank Smaragdzahl und dem durchsichtigen Porträtfenster im Hologramm, nahezu halbiert werden.

Der vom Falschgeld verursachte Schaden lag im Vorjahr bei etwa 4,2 Millionen Euro und ist damit 200.000 Euro niedriger als noch 2015. Weltweit musste jedoch ein Anstieg von 900.000 Euro auf einen Wert von 40 Millionen verzeichnet werden. Dies hängt maßgeblich mit dem Betrug eines Diamantenhändlers aus England zusammen, der 500 Euro-Blüten in Umlauf brachte und einen Schaden von mehr als sechs Millionen Euro verursachte.

Neuer 50-Euro-Schein für weiteren Rückgang

Gestiegen ist hingegen der Anteil der Scheine im Wert von 50 Euro. Mit insgesamt 61 Prozent ist er unbestritten das beliebteste Fälschungsobjekt bei Kriminellen. Um Abhilfe zu schaffen, werden am 4. April dieses Jahres die ersten überarbeiteten Versionen des orangenen Scheins in Umlauf gebracht. Der verbesserte Schein zeichnet sich ebenfalls durch komplexere Sicherheitsmerkmale aus und so bilanziert die Bundesbank hier ebenfalls auf einen anschließenden Blütenrückgang.

Bis Ende 2018 sollen auch die Scheine im Wert von 100 und 200 Euro erneuert werden. Zeitgleich wird die Ausgabe der 500-Euro-Scheine eingestellt. Die Chance, zufällig auf Falschgeld in den eigenen Taschen zu stoßen, sei allerdings auch jetzt gering. Rein rechnerisch müsse jemand 1.000 Jahre alt werden, um mit Blüten in Berührung zu kommen.

Quellen: Tagesschau, Welt, Handelsblatt

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