Scotpound: Eine virtuelle Währung für Schottland?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.10.2015

Trotz des gescheiterten Unabhängigkeitsreferendums streben die Schotten noch immer nach mehr Eigenständigkeit – zumindest in finanzieller Hinsicht. Ein Abgeordneter hat nun die Idee einer Denkfabrik aufgegriffen und aufs Tableau gebracht: die Einführung der virtuellen Währung Scoutpound. Wird sich das Land vom britischen Pfund und vom Bargeld generell lösen?

Scotch, Kilt und Dudelsack: Schottland hängt an seinen Traditionen und könnte sich gerade deshalb zum Vorreiter einer finanziellen Innovation aufschwingen. George Kerevan, Abgeordneter der schottischen Nationalpartei (SNP) hat eine Diskussion über die Einführung des Scotpounds angestoßen, berichtet das „Handelsblatt“. Dabei soll es sich um eine virtuelle Währung ähnlich dem Bitcoin handeln. Die Idee stammt von der Londoner Denkfabrik New Economics Foundation.

Abschied vom Pfund und vom Bargeld

Die SNP hatte im vergangenen Jahr massiv für die Unabhängigkeit Schottlands geworben. Die Mehrheit der Landsleute stimmte jedoch für den Verbleib im britischen Königreich. Nun denkt Kerevan öffentlich über die Abspaltung vom britischen Pfund nach und hat dazu schon konkrete Ideen. Jeder Schotte solle demnach bei der Einführung 250 Scotpound erhalten. Die Existenz von Bargeld ist in den Plänen nicht mehr vorgesehen. Die virtuelle Währung würde über Smartphones transferiert werden. Zudem soll sie nur innerhalb Schottlands gelten.

Unabhängigkeitsbefürworter will Debatte anstoßen  

„Ich bin absolut fürs Experimentieren“, sagte Kerevan dem Nachrichtenportal„BuzzFeed News“. Wenn man Menschen davon überzeugen wolle, dass es Alternativen zum Pfund gibt, sei es besser, diese den Menschen zu zeigen, anstatt eine intellektuelle Debatte zu führen. „Egal ob wir eine eigene Währung einführen, beim Sterling bleiben oder trotz Pfund unser eigenes Ding machen, wir müssen eine Diskussion beginnen und das fängt nun an.“

Digitale Währung stößt auf Skepsis

Bisher stößt der Abgeordnete mit seiner Idee allerdings selbst in der eigenen Partei auf wenig Zuspruch. Bereits vor dem Referendum war mit dem Scotcoin eine virtuelle Währung im Gespräch. Doch auch diese fand bei den Schotten nicht so recht Anklang. Diese Skepsis teilen offenbar auch die Deutschen. Hierzulande sträubt sich die Mehrheit der Verbraucher ebenfalls gegen eine Abschaffung des Bargelds.

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