Senioren treibt es aus deutschen Metropolen hinaus

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.04.2016

Der Trend zum Leben in der Großstadt geht an Senioren offenbar vorbei. Immer mehr über 65-Jährige verlassen die deutschen Metropolen nämlich. Dies geschieht allerdings häufig nicht ganz freiwillig, vermuten Experten. Insbesondere in München stellen die hohen Mieten für Senioren ein existenzielles Problem dar.

Obwohl die deutschen Metropolen stetig wachsen, ziehen immer mehr Senioren aus den Großstädten weg. Dies zeigt eine Untersuchung der Initiative „7 Jahre länger“ des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), die auf Daten des Statistischen Bundesamts beruht.

München Spitzenreiter bei der Abwanderung von Senioren

Demnach kehrten von 2005 bis 2015 insgesamt 366.000 Personen über 65 Jahren den 20 größten deutschen Städten den Rücken. Der Zuzug von Personen dieser Altersgruppe lag im selben Zeitraum mit 246.000 Personen deutlich darunter. Über alle Altersgruppen hinweg konnten die deutschen Metropolen von 2005 bis 2014 insgesamt ein Wanderungsplus von knapp einer Million Menschen verzeichnen. Spitzenreiter bei der Stadtflucht von Senioren ist München.

Zuletzt verließen jährlich rund 2.000 Senioren mehr die bayrische Hauptstadt als Altersgenossen zuzogen. Auf 1.000 Personen bezogen entspricht dies einer Abwanderungsrate von 7,8. Auf Platz zwei folgt Stuttgart mit einer Nettoabwanderungsrate von 6,9, den dritten Platz teilen sich Düsseldorf und Nürnberg mit einer Nettoabwanderung von 6,1 je 1.000 Senioren. Doch was bewegt Senioren dazu, sich im höheren Alter noch den Belastungen eines Umzugs auszusetzen?

Steigende Mieten in den Metropolen für Senioren nicht bezahlbar

Der GDV hat einen wichtigen Grund in den steigenden Mieten auf den angespannten Wohnungsmärkten in den Metropolen ausgemacht. München als Stadt mit der größten Abwanderung von Senioren ist gleichzeitig auch die Stadt mit der höchsten Durchschnittsmiete in der Bundesrepublik. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Abwanderung Älterer in Metropolen mit hohen Mieten am größten ist. Einwohner dieser Städte, die auch im Alter in ihrer vertrauten Umgebung bleiben wollen, müssen daher in stärkerem Maße Eigenvorsorge betreiben“, erklärt GDV-Vorsorgeexperte Peter Schwark.

Diese These wird durch frühere wissenschaftliche Untersuchungen gestützt. Sie zeigten, dass knapp ein Drittel der Umzüge von Senioren durch schlechte Wohn- und Lebensbedingungen begründet ist. Hierzu zählen neben fehlenden altersgerechten Unterkünften auch hohe Mieten, die für Senioren, die keine zusätzliche private Vorsorge betrieben haben, häufig nicht bezahlbar sind.

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