Smart Meter für erste Haushalte ab 2017 Pflicht

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.12.2016

Smart Meter, also neue intelligente Stromzähler, sollen im Rahmen der Energiewende die alten analogen Modelle auf lange Sicht ersetzen. Haushalte mit hohem Stromverbrauch müssen bereits ab 2017 Smart Meter benutzen. Für die betroffenen Strom-Kunden bedeutet das höhere Kosten. Wehren können sie sich dagegen nicht.

Auf die ersten deutschen Strom-Kunden kommt bereits 2017 der Einbau eines sogenannten Smart Meters zu – und infolgedessen auch höhere Kosten. Betroffen sind Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden. Auch Eigentümer, die selbst Strom erzeugen, beispielsweise über eine Photovoltaik-Anlage, müssen im kommenden Jahr Smart Meter einbauen lassen, wenn ihre Anlage eine Nennleistung von mehr als sieben Kilowatt hat.

Bis 2032 flächendeckende Ausstattung aller Haushalte mit Smart Meter

Grundlage für die Verpflichtung zum Einbau eines Smart Meters ist das Messstellenbetriebsgesetz aus dem September dieses Jahres. Im Rahmen des Regierungsvorhabens „Digitalisierung der Energiewende“, die auf einer EU-Richtlinie fußt, sollen sukzessive die alten Drehscheiben-Stromzähler aus allen Haushalten verschwinden.

Ab 2020 sind daher auch Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden verpflichtet, Smart Meter einbauen zu lassen. Bis 2032 sollen nach Plänen der Bundesregierung alle Haushalte in Deutschland mit den intelligenten Stromzählern ausgestattet sein.

Jährliche Kosten für Smart Meter per Gesetz gedeckelt

Betroffene Strom-Kunden müssen sich nicht selbst um den Einbau kümmern, für die Umsetzung sind die jeweiligen Messstellenbetreiber zuständig. Gegen den Einbau wehren können sie sich allerdings auch nicht – obwohl durch Smart Meter der Verbraucherzentrale zufolge deutliche Mehrkosten für Strom-Kunden entstehen können.

Die jährlichen Kosten für Smart Meter orientieren sich am Verbrauch beziehungsweise der Nennleistung einer Stromerzeugungsanlage. Es gibt jedoch gesetzlich festgelegte Obergrenzen. Für die ab 2017 betroffenen Haushalte mit einem Verbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden dürfen die jährlichen Kosten maximal 130 Euro betragen; für Haushalte mit Strom erzeugender Anlage 100 Euro. Zusätzliche Kosten können allerdings entstehen, wenn für die Installation der Smart Meter Umbaumaßnahmen am Zählerschrank erforderlich sind.

Verbraucherzentrale: Keine finanziellen Vorteile für Strom-Kunden

Finanzielle Vorteile durch einen geringeren Verbrauch können betroffene Strom-Kunden nach Einschätzung der Verbraucherzentrale derzeit kaum erwarten. „Variable Tarife, bei denen der Strom etwa nachts günstiger ist und der Smart Meter die Spülmaschine deshalb erst am späten Abend aktiviert, gibt es bislang kaum“, so die Verbraucherschützer. Zudem müssten dafür entsprechende Elektrogeräte eingesetzt werden, die mit dem intelligenten Stromnetz, auch „Smart Grid“ genannt, kommunizieren können.

Und selbst wenn derartige Angebote künftig verbreiteter werden sollten, ist es der Verbraucherzentrale zufolge nicht in jedem Fall sichergestellt, dass die Einsparungen die Kosten für den Smart Meter amortisieren.

Quelle: Verbraucherzentrale

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