Snapchat: Börsengang begeistert Anleger

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.03.2017

Am Donnerstag ist Snap Inc., die Muttergesellschaft der Foto-App Snapchat, an die Börse gegangen. Dabei ist sie mehr als gefragt. War vorher eine Spanne von 14 bis 16 Dollar festgelegt worden, beträgt der Ausgabepreis nun 17 Dollar, womit die Platzierung ein Volumen von 3,4 Milliarden Dollar erreicht. Das ist umso erstaunlicher, da die beiden Gründer den Investoren keinerlei Mitspracherecht in Unternehmensfragen einräumen.

Der lange erwartete Börsengang des Unternehmens hinter dem Foto-Messenger Snapchat wurde am Donnerstag nun endlich vollzogen. Dabei müssen Anleger beim Aktienkauf teilweise spezielle Regelungen hinnehmen. Dazu gehört auch der völlige Verzicht auf ein Mitspracherecht, das sonst mit dem Kauf von Aktien einhergeht. Investoren scheint das aber nicht abzuschrecken: Bei einem Ausgabepreis von 17 Dollar erreichen die Anteile einen Gesamtwert von 3,4 Milliarden US-Dollar.

Börsengang macht Snapchat-Gründer zu Multimilliardären

Das große Interesse an den Firmenanteilen sorgt dafür, dass Snap nun circa 24 Milliarden Dollar wert ist. Dabei ist eine Aktienreserve von 15 Prozent, die noch für die Börse freigegeben werden, nicht mit einkalkuliert. Das generiert vor allem für die beiden jungen Gründer Evan Spiegel (26) und Bobby Murphy (28) auf einen Streich ein Vermögen in Höhe von mehreren Milliarden.

Diese Zahlen sollten insbesondere Facebook-Chef Mark Zuckerberg verärgern, der schon länger eine Fehde mit der Kommunikationsalternative hegt. Seit Spiegel vor drei Jahren ein Angebot von Facebook zum Aufkauf der App ablehnte, versucht die Mutter aller sozialen Netzwerke mit eins-zu-eins Kopien von Snapchat-Funktionen das Unternehmen zu untergraben.

Hohe Unternehmensverluste lassen Werteinbruch befürchten

Schon vor dem Börsengang hatten Skeptiker allerdings auf die alles andere als optimalen Umsatzzahlen von Snap Inc. verwiesen. Der Gesamtumsatz ist im Jahr 2016 durch das angekurbelte Geschäft mit Werbekunden zwar auf 404,5 Millionen Dollar gestiegen, die Verluste wogen aber mehr: 514,6 Millionen Dollar verlor Snap Inc. im letzten Jahr, nachdem sie schon 2015 einen Verlust von 373 Millionen Dollar verzeichnen musste.

Diese Zahlen liegen in erster Linie in den nur noch schwach steigenden Nutzerzahlen begründet, die vermutlich auch auf die Agitationen von Facebook zurückzuführen sind. Allerdings hatte Zuckerberg einige Monate nach dem Börsengang von Facebook ebenfalls mit dem für Tech-Konzerne typischen Einbruch zu kämpfen, der nun auch auf Snap Inc. warten könnte.

Quellen: Handelsblatt, Augsburger Allgemeine, n-tv, SWI, Spiegel

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