Auswertung: So schnell fährt Deutschland

Zuletzt aktualisiert am 23.04.2019

Zeigt die Autobahn ein Tempolimit von 60 km/h, hält sich nur ein Viertel der Fahrzeugführer daran. Auch bei höheren Geschwindigkeitsbegrenzungen wird das Gaspedal ausgereizt. Das zeigte nun eine Auswertung von März 2019.

Trotzdem überrascht, dass auf freien Strecken selten die 150 km/h-Marke geknackt wird. Daher steht die Auswertung in keinem direkten Gegensatz zur Forderung einer deutschen Mehrheit nach einem Tempolimit.

Viele Fahrzeugführer sind zu schnell unterwegs

Drei Viertel der Verkehrsteilnehmer halten sich auf Autobahnen nicht an das Tempolimit, wenn dieses bei 60 km/h liegt. Das zeigt jetzt eine Auswertung vom 18. bis 24. März 2019. Zwar gibt es das Tempolimit vergleichsweise selten, ist aber zum Beispiel in Abschnitten mit Baustelle der Fall – ein mögliches Bußgeld schreckt hier kaum ab. Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h sind immerhin noch die Hälfte der Autofahrer schneller als erlaubt unterwegs. Und selbst bei 120 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es Fahrer, die sich nicht an das Limit halten. In diesem Bereich treten etwa 38 Prozent etwas zu sehr aufs Gas.

Angesichts dieser Daten, die der Navigationsgerätehersteller TomTom zur Verfügung stellte, verwundert auf den ersten Blick, dass sich eine knappe Mehrheit der Deutschen kürzlich für ein Tempolimit aussprach. Dieses würde immerhin bundesweit ein einheitliches Tempo auf Autobahnen vorschreiben – dann wäre endgültig Schluss mit der Raserei.

Tempolimit für Sicherheit und Klimaschutz gewünscht

Auf den zweiten Blick zeigt die Auswertung aber: Nur eine Minderheit möchte auch aktuell ganz ohne Tempolimit schneller als 130 km/h fahren. So liegt die allgemeine Durchschnittsgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen bei 125 km/h. Auf freien Strecken fuhren laut der Auswertung nur rund 30 Prozent aller Fahrer mehr als 130 km pro Stunde. Die 150 km/h knackten gerade noch zwölf Prozent – zu wenig, um ein Tempolimit aufzuhalten? Befürworter der geplanten Regelung erhoffen sich schließlich weniger Verkehrsunfälle und eine geringere Belastung für die Umwelt.

Außerdem sind mögliche „Rennstrecken“ ohne Unterbrechungen durch starke Kurven, Staus oder Baustellen in Deutschland ohnehin rar gesät. Dazu gehören beispielsweise die A8 zwischen Augsburg und dem Kreuz Ulm-Elchingen sowie die A19 in Mecklenburg-Vorpommern. Ob diese bald über ein Tempolimit verfügen, bleibt abzuwarten. Kritiker befürchten, dass dieses nichts an dem allgemeinen „Schnellfahrtrend“ ändern wird.

Quellen: zeit.de

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