So teuer könnte die neue Grundsteuer für Immobilienbesitzer werden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.01.2018

Derzeit prüft das Bundesverfassungsgericht das aktuelle Gesetz zur Grundsteuer. Vom Ausgang des Prozesses könnte fast jeder in Deutschland betroffen sein. Denn Immobilienbesitzer zahlen die Grundsteuer ohnehin selbst, Vermieter legen sie auf ihre Mieter um. Dass die Steuer in ihrer derzeitigen Form gekippt wird, gilt dabei fast als sicher. Teuer werden könnte es in Zukunft insbesondere für Immobilienbesitzer in großen Städten.

Schon über 50 Jahre ist das aktuelle Gesetz über die Grundsteuer alt. Das ist an und für sich kein Problem, doch das Bundesverfassungsgericht sieht erhebliche Mängel im Gesetz, die nicht mehr aktuellen Standards entsprächen. So ist es wahrscheinlich, dass die Karlsruher Richter die Regelungen zur Grundsteuer als solche kippen. Doch es gibt bereits Reformvorschläge, die zwar aufkommensneutral sind, die Belastungen aber verschieben.

Bis zu 5.000 Prozent höhere Kosten

Das Hauptargument des Bundesgerichtshofs zielt auf die fehlende Steuergerechtigkeit zwischen Ost und West ab. In Westdeutschland wird die Grundsteuer auf Basis sogenannter Einheitswerte aus dem Jahr 1964 berechnet, in Ostdeutschland basieren die Zahlen auf dem Jahr 1935. Folglich muss eine Reform her. Der federführende Finanzminister, Hessens Ressortchef Thomas Schäfer (CDU), beteuert, dass die Reform aufkommensneutral sei. Heißt: Die derzeit rund 13 Milliarden Euro an Grundsteuereinnahmen bleiben den Kommunen in fast exakt dieser Höhe erhalten.

Doch die Steuerlast wird sich erheblich verschieben, wenn die Reform so kommt, wie sie geplant ist. So würde sie in ländlichen und eher strukturschwachen Regionen deutlich sinken. In Städten wird ein zum Teil drastischer Anstieg befürchtet. Das zeigen interne Berechnungen von Haus & Grund. Laut dem Eigentümerverband muss in Einzelfällen mit einer Steigerung der Grundsteuer um das 50-fache kalkuliert werden. Käme die Reform, müsste der Besitzer eines Mehrfamilienhauses in Berlin Mitte künftig 252.000 Euro Grundsteuer pro Jahr bezahlen statt bisher 3.320 Euro. Schuld hieran sei der hohe Bodenrichtwert, für derartige Fälle könnte es jedoch Sonderregelungen geben.

Widerstand gegen die Reform

Auch in kleineren Städten drohen erhebliche Mehrbelastungen für Immobilienbesitzer und Mieter. Im bayrischen Landsberg am Lech käme beispielsweise ein Plus von etwa 900 Prozent zustande. Entsprechend groß ist der Widerstand gegen die Reform bereits jetzt. Änderungen an der Vorlage gelten daher als genauso wahrscheinlich wie das Kippen des aktuellen Gesetzes.

Quellen: BILD.de, Focus.de

Einmal monatlich Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!