So viel Gehalt zahlen Deutsche für den Kita-Beitrag

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.05.2018

Familien geben laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung zwischen zwei und fast zehn Prozent ihres Nettoeinkommens für Kita-Gebühren aus. Dabei seien besonders einkommensschwache Familien überproportional stark belastet. Aber auch das Bundesland entscheide der Untersuchung zufolge über die Höhe der Kita-Kosten.

Die Stiftung bemängelt daher, dass die finanzielle Belastung ungerecht verteilt sei. Sie fordert eine Kita-Beitragsfreiheit für armutsgefährdete Familien. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht das ähnlich: „Das Einkommen der Eltern darf aber nicht darüber entscheiden, ob und wann Kinder in eine Kindertageseinrichtung gehen. Eine zentrale Säule unseres Gute-Kita-Gesetzes ist deshalb der Einstieg in die Beitragsfreiheit.“

Kita-Gebühren von bis zu 9,8 Prozent

Die Bertelsmann-Stiftung legt für die Studie konkrete Zahlen vor. So zahlen demnach Familien, die als einkommensschwach eingestuft werden, einen verhältnismäßig hohen Anteil ihres Gehalts für einen Kitaplatz. Dieser liege bei 9,8 Prozent. Zum Vergleich: Familien, die über der Armutsgrenze leben, müssen nur etwa 5,1 Prozent ihres Einkommens für den Kitaplatz zahlen.

Hierbei handle es sich allerdings nur um die reinen Gebühren für den Platz. Auch bei den Zusatzkosten gebe es der Studie zufolge eklatante Unterschiede. So zahlen Familien über der Armutsgrenze etwa 1,4 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für Ausflüge, Mittagessen und Co. Unter der Armutsgrenze lebende Haushalte kommen auf 3,3 Prozent. Absolut gesehen zahlen die wohlhabenderen Familien jedoch mehr: Sie entrichten 178 Euro pro Monat. Unter der Armutsgrenze – die bei 60 Prozent des Medianeinkommens liegt – liegt der Betrag bei 118 Euro.

Unterschiede zwischen den Bundesländern

Allerdings entscheide nicht nur die finanzielle Situation über den prozentualen Anteil der Kosten. Auch der Wohnort ist ein wichtiger Faktor. So fressen die Kita-Kosten in Berlin nur etwa zwei Prozent des Einkommens auf. In Schleswig-Holstein sind es hingegen ganze 8,9 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern kommt mit 7,8 Prozent auf den zweithöchsten Wert.

Quelle: Focus

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