Sozialversicherung: Finanzpolster schrumpft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.04.2015

Trotz eines Überschusses von drei Milliarden Euro ist der finanzielle Puffer der Sozialversicherung im vergangenen Jahr kleiner geworden. Dies geht aus jüngst veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Schuld daran trägt vor allem der negative Finanzierungssaldo der gesetzlichen Krankenversicherung.

Das Finanzpolster der gesetzlichen Sozialversicherung schrumpft. Nach Informationen des Statistischen Bundesamts erwirtschafteten die gesetzlichen Sicherungssysteme 2014 einen Finanzierungsüberschuss von 3,0 Milliarden Euro – das sind 1,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr.

Ausgaben der Sozialversicherung steigen stärker als Einnahmen

Dabei stiegen die Einnahmen der Sozialversicherung im Vergleich zum Vorjahr sogar um 3,3 Prozent auf 556,1 Milliarden Euro. Gleichzeitig nahmen allerdings auch die Ausgaben um 3,6 Prozent zu, sie lagen 2014 bei 553,1 Milliarden Euro. Verantwortlich für den rückläufigen Überschuss ist vor allem der negative Finanzierungssaldo der gesetzlichen Krankenversicherung: Sie wies 2014 ein Defizit von 2,4 Milliarden Euro aus. Im Vorjahr hatte die Krankenversicherung noch mit einem Plus von 1,6 Milliarden Euro geschlossen. Aufgrund von Prämienzahlungen, deutlich höheren Arzneimittelkosten und freiwilligen Leistungen waren die Ausgaben der Krangenversicherung um 5,6 angestiegen. Der Überschuss der Pflegeversicherung war mit 0,5 Milliarden Euro nur leicht rückläufig (2013: 0,6 Milliarden).

Einnahmen und Ausgaben der Sozialversicherung im Jahr 2014
  Einnahmen
(bereinigt, in Mrd. Euro)
Ausgaben
(bereinigt, in Mrd. Euro)
Finanzierungssaldo
(in Mrd. Euro)
Sozialversicherung insgesamt 556,1 553,1 3,0
- Rentenversicherung 269,1 265,8 3,3
- Krankenversicherung 205,3 207,8 -2,4
- Bundesagentur für Arbeit 34,4 32,8 1,6
- Pflegeversicherung 25,9 3,8 0,5

Datenquelle: Statistisches Bundesamt

Kräftiger Überschusszuwachs bei Arbeitsagentur und Rentenversicherung

Deutlich gestiegen ist hingegen der Überschuss der Bundesagentur für Arbeit, die 2013 mit 0,1 Milliarden Euro nur knapp im Plus lag. Nun sind es 1,6 Milliarden Euro. Auch die Rentenversicherung konnte dank gestiegener Beitragseinnahmen einen deutlichen Überschusszuwachs von 1,3 Milliarden Euro verzeichnen. Hier betrug das Plus 2014 3,3 Milliarden Euro. Gesetzlich Rentenversicherte sollten dennoch nicht auf Rentenerhöhungen hoffen und weiterhin auf eine zusätzliche private Altersvorsorge setzen. Durch die Rente mit 63 und die Mütterrente werden nämlich auch höhere Ausgaben auf die Rentenkassen zukommen. Kritiker warnen zudem bereits jetzt, dass durch die geplante Mindestrente zusätzliche, unkalkulierbare Kosten auf die Rentenversicherung zukommen könnten.

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