Sparda-Bank verwehrt Annahme von Münzgeld

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.01.2017

Kunden der Sparda-Bank Hannover ist es nur noch in zwei von 25 Filialen erlaubt, Münzen einzuzahlen. Die Bank begründete die Entscheidung damit, dass Münzgeld eine immer kleinere Rolle bei ihren 220.000 Kunden spiele. Nur ein Prozent des eingezahlten Bargelds waren Münzen. Doch die Sparda-Bank treibt damit einen Trend weiter, der schon lange abzusehen ist: Werden Münzen zum Auslaufmodell?

Für die meisten Banken rechnet sich der Aufwand des Zählens von Münzgeld nicht mehr. Grund dafür ist eine Verordnung der EU, an die sich Banken seit Anfang 2015 halten müssen: Bestimmte Geräte müssen alle Münzen auf Falschgeld prüfen. Um die Kosten zu decken, haben bereits viele Geldhäuser damit begonnen, auf das Einzahlen von Münzen Gebühren zu erheben.

Die Verbraucherzentrale Bremen kritisierte die Entscheidung der Sparda-Bank scharf, da sie die Rechte der Verbraucher einschränke. „Ob als Schein oder als Münze - es muss mein Recht sein, es zur Bank bringen zu können!“, sagte Anabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen der „Bild“. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es vor allem für Kinder wichtig sei, mit Kleingeld zu hantieren, um ein Gefühl für den Wert des Geldes zu bekommen.

So entgehen betroffene Kunden den Gebühren

Die Sparkasse Köln/Bonn verlangt für die Einzahlung von Münzen mittlerweile eine Pauschale von drei Euro, die Volksbank Berlin möchte 5,5 Prozent des eingezahlten Betrags. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, sein Münzgeld kostenlos loszuwerden: 

  • Ob Gebühren anfallen und wie hoch diese sind, unterscheidet sich je nach Bank. Wird viel mit Kleingeld hantiert, kann sich ein Girokonto-Vergleich lohnen; so lassen sich Konten bei Banken finden, welche kostenlose Hartgeld-Einzahlung miteinschließen.
  • Geschäfte sind dazu verpflichtet, maximal 50 Münzen bei einem Einkauf anzunehmen. Häufig freuen sich Mitarbeiter sogar über Kleingeld. Bei Kulanz können Einkäufer darauf hoffen, dass Kleingeld bei einem Einkauf noch gewechselt wird.
  • Bei einer der 41 deutschen Bundesbanken kann Kleingeld kostenlos gegen Scheine oder größere Münzen getauscht werden. Allerdings kann der getauschte Betrag erst nach einigen Tagen abgeholt werden.

Alternative Systeme sollen den Umgang mit Münzgeld entlasten

Der Bezahlvorgang mit Kredit- oder EC-Karte ist vergleichsweise einfacher, als einer mit Bargeld. Um dies zu ändern bieten einige Supermärkte oder Tankstellen Automaten an, die Kleingeld automatisch zählen und dabei auf Echtheit prüfen. Dadurch wird der Bezahlvorgang vereinfacht und der Kassierer entlastet.

Außerdem werden in Supermärkten SB-Kassen zunehmend beliebter. Auch hier ist es einfacher, Kleingeld loszuwerden. Supermärkte erhoffen sich durch diese Systeme mehr Kundenbindung und schnelle Abläufe.

Quellen: Spiegel Online, BILD

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