Sparda-Bank West wirbt fälschlich mit kostenlosem Girokonto

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.01.2017

Die aktuelle Werbekampagne der Sparda-Bank West wollte potenzielle Kunden mit Werbesprüchen wie „Bezahlen Sie etwa Gebühren für Ihr Girokonto?“ überzeugen, zu dem Geldinstitut zu wechseln. Allerdings werden bei der Errichtung für das Girokonto jährlich zehn Euro für die Ausstellung der EC-Karte berechnet. Die Wettbewerbszentrale legte deswegen Beschwerde gegen die in Düsseldorf ansässige Bank ein. Das Landgericht gab der Zentrale Recht - die Werbekampagne muss jetzt eventuell gestoppt werden.

Das Urteil ist zwar noch nichts rechtkräftig, eine genaue Begründung ist ebenfalls ausstehend. Die Sparda-Bank West betreibt Filialen in fast ganz Nordrhein-Westfalen. In der Verteidigung argumentierte das Geldhaus, die Girokarte gehöre nicht zum herkömmlichen Funktionsumfang des Girokontos, da es auch andere Möglichkeiten gibt, Geld abzuheben.

Mit der kostenlosen „Whitecard“ können Kunden in den Öffnungszeiten der Filialen kostenlos Geld abheben. Diese Entschuldigung wurde allerdings nicht akzeptiert, da die Karte immer nur einmalig und außerdem nicht am SB-Automaten oder Kontoauszugdrucker nutzbar sei. Das Konto wäre dann also nicht einschränkungslos einsetzbar.

Urteil als Warnschuss für gesamte Bankenbranche

Das Urteil könnte dazu führen, dass jegliche Art von Kostenunterschlagung in Zukunft strikt unterbunden wird. Das würde auch einen besseren Informationsfluss für den Verbraucher nach sich ziehen. Die Wettbewerbszentrale gibt an, dass Kostentransparenz in der heutigen Zeit ein wichtiger Faktor für Waren und Dienstleistungen sei. Deswegen wäre es für alle Banken ratsam, die Kosten für Konten aufzudecken und auch eventuelle Nebenkosten mit anzugeben.

Im nächsten Monat kann die Sparda-Bank noch Berufung einlegen, allerdings ist nicht klar, ob die Bank diesen Schritt gehen wird. Die Anwälte möchten erst noch die genaue Urteilsbegründung erfahren. Die Sparda-Bank machte letztens schon negativ auf sich aufmerksam, da sie die Annahme von Münzgeld verweigerte.

Nicht erster Fall von versteckten Kosten

Bereits andere Banken fielen aufgrund versteckter Nebenkosten auf. So berechnete ein Geldinstitut für die Ausführung von Daueraufträgen eine Gebühr. Diese Kosten waren jedoch nicht einmal im Leistungsverzeichnis aufgeführt. Generell erhält die Wettbewerbszentrale viele Beschwerden, die auf ähnliche Fälle hindeuten.

Die Stiftung Warentest fordert, dass jedes Girokonto, welches den allgemeinen Bedürfnissen dient, also zum Bezahlen und für Gehaltseinzahlungen genutzt wird, so gut wie kostenlos bleibt.

Quellen: horizont, ga-bonn

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