Bundesbank: Trotz Niedrigzinsen lohnt sich Sparen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.11.2015

Kritiker der aktuellen Zinspolitik mahnen, dass die Niedrigzinsen Sparen für Privatanleger unattraktiv macht. Sie fürchten, dass die Deutschen, die als Volk der Sparer gelten, mangels Rendite kein Geld mehr beiseitelegen. Die Deutsche Bundesbank hält diese Befürchtung jedoch für unbegründet. Die Niedrigzinsen haben offenbar weniger negative Auswirkungen auf die Sparer als häufig behauptet.

Trotz Zinstief kann sich Sparen offenbar immer noch lohnen. Die Deutsche Bundesbank kommt in ihrem aktuellen Monatsbericht zu dem Schluss, dass die anhaltenden Niedrigzinsen die deutschen Sparer weniger belasten als bislang vielfach angenommen.

Niedrige Inflation sorgt für höhere Realrendite

Die Bundesbank zählt üblicherweise eher zu den mahnenden Stimmen, wenn es um die Auswirkungen von Niedrigzinsen geht. In ihrem Monatsbericht für Oktober stellten die Notenbanker nun allerdings fest, dass die Befürchtung, Sparen lohne sich nicht mehr, unbegründet sei. Die realen Renditeeinbußen der Sparer seien weniger groß als vielfach angenommen. Einer der Gründe dafür ist der Bundesbank zufolge die ebenfalls sehr niedrige Inflation. So waren die nominalen Zinsen beispielsweise zur Jahrtausendwende zwar deutlich höher als derzeit – die Inflationsrate allerdings auch.

Deutsche setzten auch auf Anlagen mit höherer Rendite

Zudem würden die Deutschen ihr Vermögen nicht mehr nur auf festverzinslichen Konten, beispielsweise als Tagesgeld oder Festgeld anlegen, sondern parallel auch in renditestärkere Anlageformen wie Investmentfonds und Kapitallebensversicherungen investieren, die auf Wertpapieren basieren. Bei Lebensversicherungen bewegte sich die reale Rendite laut Bundesbank durchgängig im positiven Bereich. Aufgrund der gesunkenen Inflationsrate hätten ihre Renditen seit 2012 sogar das vergleichsweise hohe Niveau der frühen 1990er und mittleren 2000er Jahre erreicht. Noch höher fiele die Rendite bei Aktien aus, allerdings mit dem Risiko stark schwankender Kurse.

Niedrigzinsen nicht Hauptursache für geringere Rendite

Werden alle Anlageformen deutscher Privathaushalte zusammen betrachtet, betrug die durchschnittliche Rendite zwischen 2008 und 2015 der Bundesbank zufolge immerhin 1,5 Prozent. Dies markiert zwar einen deutlichen Rückgang – im Zeitraum von 1991 bis 2007 lag die durchschnittliche Rendite bei 3,5 Prozent. Diese Renditeeinbußen seien jedoch nicht in erster Linie den Niedrigzinsen geschuldet. Hauptursache sei in erster Linie die Umschichtung von Termin- und Spareinlagen zu geringer oder sogar negativ verzinsten Sichteinlagen gewesen.

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