Riester: Sparer verschenken staatliche Förderung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.07.2015

Zahlreiche Anleger haben das Prinzip der Riester-Rente offenbar nicht komplett durchschaut und verzichten häufig aus Unwissenheit auf die staatliche Förderung. Häufig wird die Riester-Zulage zudem nicht in voller Höhe ausgezahlt. Damit schenken die Sparer dem Staat quasi Geld, das im Bundeshaushalt für die Förderung der privaten Altersvorsorge bereits eingeplant ist.

Millionen deutsche Sparer lassen sich die staatliche Förderung für Ihre Riester-Rente entgehen. Dies geht aus einer aktuellen Auswertung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet.

Keine staatliche Förderung für gut vier Millionen Sparer

Demnach wurde im Jahr 2011 trotz 15,3 Millionen bestehender Riester-Rentenverträge nur für 11,4 Millionen Verträge die staatliche Förderung ausgeschüttet. Rund vier Millionen Sparer erhielten also keine Riester-Zulage. Ein Grund dafür ist, dass laut Informationen des Bundesministeriums für Arbeit rund ein Fünftel der Verträge ruht, Sparer also nicht mehr einzahlen. Die Ursachen dafür dürften vielfältig sein – sei es, dass die eigene wirtschaftliche Situation keine Rücklagen zuließ oder aber auch, dass mancher Sparer, das „Riestern“ aufgrund der Kritik an dieser Vorsorgeart aufgegeben hat.

Sparer lassen sich Riester-Zulage vielfach aus Unwissenheit entgehen

In vielen Fällen dürfte der Grund allerdings auch Unwissenheit über die Regelungen zur staatlichen Förderung von Riester-Verträgen sein. Dadurch lässt sich auch erklären, warum nur 56,4 Prozent der Sparer, die für 2011 die staatliche Förderung beantragten, die Riester-Zulage in voller Höhe von 154 Euro erhielten. Im Schnitt wurden nur etwa 125 Euro ausgezahlt. Bei der Kinderzulage waren es immerhin gut 70 Prozent, die die staatliche Förderung in voller Höhe erhielten. Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, hält die Regeln bei der Riester-Rente für zu kompliziert: „Ich stelle bei Beratungen immer wieder fest, dass Verbraucher damit überfordert sind, den richtigen Beitrag für sich zu ermitteln, erst recht, wenn es sich um Eheleute handelt.“

Keine Verbesserung in den Jahren 2012 und 2013

Die volle staatliche Förderung in Höhe von 154 Euro Grundzulage zuzüglich Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind erhalten Sparer, die jährlich vier Prozent ihres sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommen in ihren Riester-Vertrag investieren. Wird weniger eingezahlt, verringert sich die staatliche Förderung. Da Sparern zwei Jahre Zeit eingeräumt wird, um die Riester-Zulage zu beantragen, liegt jetzt erst die Analyse der Daten von 2011 vor. Erste vorläufige Auswertungen für die Jahre 2012 und 2013 deuten darauf hin, dass die Situation sich nicht verbessert hat. „Es gibt leider nach wie vor zu viele Sparer, die dem Fiskus quasi Geld schenken“ so Peter Schwark vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dabei würden zahlreiche Anbieter ihre Kunden regelmäßig darauf hinweisen, wenn die eingezahlten Beiträge zu niedrig sind, um die volle Riester-Zulage zu erhalten.

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