Sparkasse erwägt Strafzinsen für Privatkunden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.01.2017

Die Stadtsparkasse München hat angekündigt, dass sie ab April Strafzinsen nehmen wird. Betroffen sind davon bisher erstmal nur Geschäftskunden, die mehr als 250.000 Euro auf dem Konto liegen haben. Diese Gebühr ist eine Konsequenz daraus, dass es der Bank immer schwieriger fällt, Gewinne zu erzielen. Der Grund dafür ist, dass selbst die EZB von den anderen Kunden Strafzinsen für die Lagerung von Geld verlangt. Allein im vergangenen Jahr musste die betroffene Stadtsparkasse zehn Millionen Euro an Strafzinsen zahlen. Ähnliche Gebühren für Privatpersonen werden nicht mehr ausgeschlossen.

Geschäftskunden müssen ab April Negativzinsen zahlen, wenn sie mehr als 250.000 Euro auf dem Konto haben. Damit möchte die Stadtsparkasse München erreichen, dass die Gebühr, die sie bei der EZB zahlen muss, nicht weiter die eigenen Gewinne beeinflusst. Die Sparkasse möchte dafür im Gegensatz zu anderen Banken unbedingt ihr großes Filialnetz aufrecht erhalten - das ist natürlich teuer.

„Sobald der erste große Marktteilnehmer Negativzinsen für Privatkunden erhebt, werden auch wir gezwungen sein, nachzuziehen“, so der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse München. Er befürchtet, dass Kunden, die bei anderen Banken mit Strafzinsen konfrontiert werden, ihr Geld dann zur Stadtsparkasse bringen würden. Das würde bedeuten, dass die Bank noch mehr Zinsen an die EZB zahlen muss. Aktuell beträgt die Gebühr 0,4 Prozent.

Art der negativen Verzinsung noch unklar

Genaue Pläne für die geplanten Strafzinsen wurden noch nicht präsentiert. Ein Sprecher der Stadtsparkasse sagte aber, dass es wohl einen vergleichsweise hohen Freibetrag geben würde und nur besonders vermögende Kunden von den Zinsen betroffen wären.

Momentan hat die Bank Einlagen von 14,5 Milliarden Euro. Bei einem gleichbleibenden Zinsniveau würde das Geldinstitut ab 2018 nichts mehr verdienen. Die kostenfreie Geldanlage könnte also schon bald ein jähes Ende nehmen, betroffene Kunden müssten sich zur Kosteneinsparung per Girokonto-Vergleich einen anderen Anbieter suchen.

Banken müssen mit Veränderungen umgehen

Das klassische Bankensystem basiert darauf, dass Geld durch Zinsen eingenommen wird. Doch da der Leitzins der EZB derzeit so niedrig ist, reichen die eingenommenen Zinsen der Stadtsparkasse München nicht einmal dafür, die Personal- und Sachkosten zu decken.

Die Commerzbank hatte deswegen schon Stellen streichen und Filialen schließen müssen. Die Sparkasse möchte auf solche Maßnahmen verzichten – darauf basiert die Einführung der Gebühren.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Focus Online

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