Sparkassen schließen immer mehr Filialen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.01.2018

Ein Netz mit mehreren tausend Filialen rechnet sich in Zeiten des Online-Bankings für viele Kreditinstitute nicht mehr. Auf den Konkurrenzdruck reagieren insbesondere regionale Sparkassen immer häufiger mit Schließungen der nicht rentablen Geldhäuser. So können Kosten bei Personal und Gebäudeunterhalt eingespart werden. Doch dadurch riskieren die Banken ihr Alleinstellungsmerkmal: die Nähe zu den Kunden.

Ganze 16 von 32 Filialen schließt allein die Sparkasse Westholtstein oder wandelt sie zumindest in SB-Filialen um. Zwar ist das Ausmaß der Schließungen außergewöhnlich hoch, doch der Trend ist bundesweit zu erkennen. Insgesamt ist die Zahl der Geschäftsstellen der Sparkassen allein in den letzten zehn Jahren um ganze 25 Prozent gesunken. Und viele Experten sind sich sicher, dass das noch nicht das Ende der Schließungen ist.

Öffentlicher Auftrag der Sparkassen

Bedenklich ist das Vorgehen der Sparkasse insofern, als dass das Kreditinstitut als einzige Bank einen öffentlichen Auftrag hat. Die insgesamt rund 400 regional organisierten Sparkassen sollen Kommunen, Wirtschaft und Bevölkerung vor Ort mit Bargeld und Krediten versorgen. Dagegen stehen die zahlreichen Schließungen zunächst in einem starken Kontrast – doch Alexander von Schmettow, Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes meint:

„In der Regel finden diese Umbaumaßnahmen vor Ort im Einvernehmen mit dem Träger statt. Und es wird auch versucht, Verständnis dafür zu erzeugen – das trifft mal mehr, mal weniger auf fruchtbaren Boden – warum eine Sparkasse überhaupt gezwungen dazu ist, diese Maßnahme zu ergreifen.“ In seinen Augen seien die Umbaumaßnahmen beziehungsweise Schließungen notwendig, damit die Sparkassen weiterhin wettbewerbsfähig bleiben können. Denn die Gebäude und das Personal verschlingen Milliarden, gleichzeitig wird in den Filialen weniger verdient.

Veränderung des Kundenverhaltens

„Wir haben in den letzten Jahren eine deutliche Veränderung des Kundenverhaltens gesehen“, so Schmettow weiter. Immer mehr Kunden würden nicht mehr persönlich in die Filiale kommen, sondern das Online-Banking-Portal für Girokonto, Kredite und Co. nutzen. Zwar werde das klassische Filialnetz dadurch nicht aussterben, die Anzahl der Filialen werde aber auch in den kommenden Monaten und Jahren weiter zurückgehen. Zumal den Sparkassen neben der Digitalisierung auch die Niedrigzinspolitik der EZB zu schaffen mache.

Quellen: deutschlandfunk.de

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