Sparkassen: Strafzinsen für hohe Geldanlagen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.05.2016

Geschäftskunden müssen mittlerweile auch bei einigen Sparkassen damit rechnen, Strafzinsen für hohe Geldanlagen zu zahlen. Damit geben die Geldinstitute den Strafzins für Einlagen bei der EZB an ihre Kunden weiter. Sollte dieser weiter steigen, wollen die Sparkassen eventuell auch Geld im eigenen Haus lagern.

Auch Sparkassen sehen sich nun gezwungen, durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) Strafzinsen für Einlagen an ihre Kunden weiterzugeben. Für Anlagesummen im Millionenbereich müssen Geschäftskunden bei einigen Sparkassen bereits ein sogenanntes Verwahrentgelt bezahlen.

Strafzinsen zunächst nur für Geschäftskunden

Der bayerische Sparkassenpräsident Ulrich Netzer erklärte nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München, dass Geschäftskunden bei einigen Sparkassen bereits ein Entgelt für hohe Geldanlagen zahlen müssten. Aus wirtschaftlichen Gründen müsse der Strafzins von 0,4 Prozent, den die EZB für Geldaufbewahrung erhebt, bei hohen Summen zumindest teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Auch andere Banken, zum Beispiel die Commerzbank, lassen Firmenkunden bereits Negativzinsen zahlen. Private Sparer sollen bei ihrer Geldanlage aber zunächst nicht von den Strafzinsen betroffen sein: „Unser Ziel ist, von normalen Sparern keinen Negativzins zu verlangen“, so Netzer. Jedoch könne er einen solchen auf lange Sicht nicht ausschließen.

Sparkassen wollen Geld im Tresor lagern und schließen Filialen

Als Alternative zur Geldaufbewahrung bei der EZB, für die Strafzinsen fällig werden, sehen einige Sparkassen die Option, das Geld stattdessen im hauseigenen Tresor zu lagern. Laut Netzer wird diese Möglichkeit in der Praxis bislang allerdings noch von keiner Filiale angeboten, bei steigenden Strafzinsen sei die aber durchaus denkbar. Weil immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte ohnehin online erledigen, werden außerdem immer mehr Filialen der Sparkassen geschlossen, um Kosten zu senken. Allein in Bayern sollen in diesem Jahr 220 Filialen wegfallen. Zum Ausgleich bieten die Geldinstitute einen Service an, der Bargeld zu den Kunden nach Hause bringt, die andernfalls nichts von ihrem Girokonto abheben könnten. Auch mobile Geschäftsstellen und Bustickets zur nächsten Filiale werden angeboten, um die Auswirkungen der Filialschließungen für Kunden gering zu halten.

Quelle: Spiegel Online/dpa

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