Spekulationsfrist gilt für Gewinne aus Bitcoin-Geschäften

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.12.2017

In den vergangenen Wochen ging es für den Bitcoin-Kurs (fast) nur in eine Richtung: steil nach oben. Anleger konnten allein im Jahr 2017 Renditen von über 1.500 Prozent erwirtschaften – ein lukratives Geschäft. Doch wer die Gewinne bereits durch Verkäufe der Bitcoins realisiert hat, sollte seine Rechnung nicht ohne das Finanzamt machen. Denn Spekulationen mit der Kryptowährung müssen versteuert werden.

Einige deutsche Anleger dürften mit dem Bitcoin im abgelaufenen Jahr mehrere zehntausend Euro verdient haben. Wer das Geld direkt ausgibt, begeht allerdings einen Fehler. Denn laut Bundesfinanzministerium gelten für den Bitcoin die Vorschriften für sogenannte Spekulationsgeschäfte. Im Klartext heißt das, dass Gewinne steuerpflichtig sind – sofern zwischen An- und Verkauf nicht mehr als ein Jahr lag. Sofern die Jahresfrist bereits überschritten ist, sind die Renditen jedoch steuerfrei.

Einkommenssteuersatz als Grundlage

Wer mit dem Kauf und Verkauf von Bitcoins Geld verdient, der muss die entstandenen Gewinne versteuern. So sieht es zumindest Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL): „Werden die Gewinne innerhalb der Jahresfrist erzielt, zählen sie zum Einkommen. Das heißt, es gilt der persönliche Steuersatz.“ Im Umkehrschluss wird für solche Spekulationsgewinne also nicht die Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag fällig. Vielmehr müssen Anleger die Gewinne auf Basis ihres persönlichen Einkommenssteuersatzes versteuern, wenn die An- und Verkäufe binnen einem Jahr vollzogen wurden.

Insofern kann sich der genaue Steuersatz von Anleger zu Anleger unterscheiden. Wer ein zu versteuerndes Einkommen von 30.000 Euro pro Jahr aufweist, hat einen persönlichen Grenzsteuersatz von 31,23 Prozent (zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Hat dieser Anleger mit Bitcoin-Geschäften 10.000 Euro Gewinn erzielt, erhöht sich sein Einkommen auf 40.000 Euro. Dadurch steigt auch der Grenzsteuersatz auf 35,70 Prozent. Insgesamt zahlt der Anleger ohne Bitcoin-Gewinne 5.419 Euro Einkommensteuer, mit der Kryptowährung hingegen 8.766 Euro. Verdient der Anleger weniger Geld, so sinkt auch die Grenzsteuerbelastung – entsprechend steigt Sie bis zum maximalen Satz von 42 Prozent beziehungsweise 45 Prozent mit steigendem Einkommen.

Verluste gegenrechnen

Haben Anleger durch Investitionen hingegen Verluste realisiert, können diese von den Gewinnen abgezogen werden. Das gilt aber nur innerhalb einer Wertpapierklasse: Verluste aus Bitcoin-Geschäften dürfen nur mit Gewinnen aus Bitcoin-Geschäften verrechnet und nicht etwa auch auf den Aktienhandel übertragen werden.

Quelle: FOCUS Online

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!