Spezialeinheit gegen Geldwäsche wird verstärkt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.08.2016

Um Geldwäsche künftig effektiver zu bekämpfen, sind offenbar Veränderungen bei der Spezialeinheit Financial Intelligence Unit (FIU) geplant. Die Abteilung soll personell aufgestockt werden und vom Bundeskriminalamt zum Zoll wechseln. Außerdem sollen die Beamten stärker selbst aktiv werden, anstatt nur Verdachtsfälle zu sammeln.

Um Geldwäsche künftig effektiver zu bekämpfen, will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einige Änderungen vornehmen und unter anderem die bestehende Spezialeinheit Financial Intelligence Unit (FIU) aufstocken. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) mit Bezug auf das „Handelsblatt“.

Spezialeinheit FIU soll die Behörde wechseln

Bislang besteht die Abteilung aus 25 Beamten und ist als „Zentralstelle für Verdachtsmeldungen im Bereich Geldwäsche und Terror-Finanzierung“ dem Bundeskriminalamt (BKA) zugeordnet. Nun soll sie laut Plänen des Bundesfinanzministeriums neu aufgestellt und ausgerichtet werden. In diesem Zusammenhang soll die Spezialeinheit zum Zoll wechseln, der dem Bundesfinanzministerium untersteht. Damit holt Schäuble die Abteilung in sein Ressort.

Außerdem ist eine Aufstockung auf zunächst 50 und später 160 spezialisierte Beamte geplant, die sich der Bekämpfung von Geldwäsche widmen sollen. Indem die Spezialeinheit dem Zoll zugeordnet wird, soll außerdem die internationale Zusammenarbeit mit vergleichbaren Institutionen gestärkt werden.

Effektivere Bekämpfung von Geldwäsche durch neue Aufgaben

Aktuell sammeln die Beamten Fälle, in denen der Verdacht auf Geldwäsche besteht. Diese Verdachtsfälle leiten sie an die zuständigen Staatsanwaltschaften weiter. Künftig soll die Spezialeinheit aber stärker selbst aktiv werden und die Hinweise zunächst eigenständig verfolgen und mit anderen Erkenntnissen abgleichen. So sollen nur die wirklich relevanten Fälle an die Strafverfolger weitergegeben werden, was schnellere und bessere Ermittlungsergebnisse ermöglichen soll. Außerdem sollen die FIU-Beamten auch neue Methoden der Geldwäsche identifizieren und dadurch Prävention leisten können. Aktuell stammen die meisten Verdachtsmeldungen aus dem Finanzsektor. Aus dem gewerblichen Bereich, also zum Beispiel dem Immobilien- oder Autohandel, hingegen werden kaum Verdachtsfälle gemeldet. Auch hier soll die verstärkte Spezialeinheit FIU für mehr Ergebnisse sorgen und die Zusammenarbeit verbessern.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online 

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