Stabile Verzinsung nur bei drei Lebensversicherern

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.01.2017

Die Niedrigzinsen setzen nicht nur den Sparern, sondern auch den Lebensversicherern bei der Anlage ihrer Kundengelder stark zu. 42 deutsche Lebensversicherer haben bereits angekündigt die laufende Verzinsung ihrer Policen 2017 zu senken. Das sind nahezu alle Assekuranzen, deren Überschussbeteiligung schon veröffentlicht wurde.

2016 erhielten Besitzer einer Lebensversicherung im Schnitt für ihren Sparanteil noch eine Verzinsung von 2,87 Prozent, wie die Ratingagentur Assekurata ermittelt hat. Von einer solchen Rendite dürften die meisten von ihnen im kommenden Jahr nur träumen. 42 der 44 Versicherer, die ihre Überschussbeteiligungen bereits veröffentlicht haben, werden ihre Verzinsung 2017 senken.

Verzinsung fällt im Schnitt auf 2,57 Prozent

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters werden Kapitallebensversicherungen im kommenden Jahr nur noch mit einer durchschnittlich Verzinsung von 2,57 Prozent aufwarten können. Verglichen mit anderen Anlageformen ist dies zwar immer noch ein respektabler Zins – beim Tagesgeld zum Beispiel übersteigen die Renditen derzeit nur in Ausnahmefällen die Ein-Prozent-Marke. Doch noch vor zwei Jahren fielen die Zinsen bei Lebensversicherungen mit 3,16 Prozent im Schnitt noch deutlich üppiger aus.

Bei diesen Versicherern bleibt die Überschussbeteiligung stabil

Die ausgezahlte Überschussbeteiligung bleibt nach Reuters-Informationen bei der Stuttgarter SV Sparkassen Versicherung (2,65 Prozent) und der deutschen Tochter der Swiss Life (2,25 Prozent) stabil. Kürzlich hatte zudem die HanseMerkur Versicherungsgruppe angekündigt, zumindest bei ihrer Online-Tochter HanseMerkur24 die laufende Verzinsung 2017 mit 2,25 Prozent stabil zu halten. Für Policen der HanseMerkur Lebensversicherung AG wird die Überschussbeteiligung hingegen gesenkt. Die laufende Verzinsung für Sparanteile wird 2017 bei 2,2 Prozent liegen.

Garantiezins fällt weiter

Entscheidend zu den vergleichsweise hohen Durchschnittswerten beitragen dürften Altverträge mit hohen Zinsgarantien. Bis 2000 lag der für die gesamte Laufzeit geltende Garantiezins noch bei vier Prozent. Und selbst Versicherten, die ihre Policen bis Ende 2006 abschlossen, wurde noch eine Verzinsung von 2,75 Prozent garantiert. Derartige Zinsgarantien sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld natürlich unvorstellbar. Zum Jahresbeginn 2017 fällt der vom Gesetzgeber festgelegte Garantiezins erneut – von aktuell noch 1,25 Prozent auf dann 0,9 Prozent. 

Quelle: Handelsblatt/Reuters, HanseMerkur

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