Stabiles Rentenniveau würde 600 Milliarden kosten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.08.2016

Die aktuelle Diskussion um die Zukunft der gesetzlichen Rente könnte für jüngere Arbeitnehmer teuer werden. Sollte das Rentenniveau tatsächlich auf dem aktuellen Stand eingefroren werden, kämen auf die Rentenkasse einer neuen Berechnung zufolge allein im Jahr 2040 Mehrausgaben von mehr als 57 Milliarden Euro zu. Eine deutliche Anhebung des Rentenbeitrags wäre daher unausweichlich.

Geht es nach Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und CSU-Chef Horst Seehofer, wird das Rentenniveau nicht weiter abgesenkt. Im Zuge der laufenden Rentendiskussion hatte der Vizekanzler gefordert, die gesetzliche Rente auf dem aktuellen Niveau von rund 48 Prozent zu stabilisieren. Die Umsetzung dieser Forderung würde die Rentenkasse bis zum Jahr 2040 allerdings knapp 600 Milliarden Euro kosten, wie eine aktuelle Berechnung des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos im Auftrag des „Spiegel“ zeigt.

Fast 600 Milliarden Euro Mehrausgaben für stabiles Rentenniveau bis 2040

Gesetzlich Rentenversicherte hätten demnach mit rund 460 Milliarden Euro den Großteil der Kosten für das eingefrorene Rentenniveau über ihre Beitragszahlungen zu tragen. Daneben werden sie womöglich auch an anderer Stelle belastet: Mehr als 130 Milliarden müssten nämlich vom Steuerzahler in die Rentenkasse gespült werden. Die Mehrausgaben für ein stabiles Rentenniveau würden nur im Jahr 2040 schon bei 57,4 Milliarden Euro liegen.

2040 durchschnittlich 64 Euro pro Monat an die Rentenkasse

Festgeschrieben ist das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente nur bis 2030. Bis 2040 könnte es auf voraussichtlich 41,7 Prozent fallen. Gleichzeitig müsste der Rentenbeitrag auf 23,7 Prozent des Bruttolohns steigen, um die Rentenkasse ausreichend zu füllen. Die Auswirkungen eines derart niedrigen Rentenniveaus könnten für viele zukünftige Rentner fatal sein. Bereits heute droht vielen Rentnern eine Versorgungslücke im Alter. Bei einem noch niedrigeren Rentenniveau würden Senioren ohne private Vorsorge vielfach in die Altersarmut abrutschen.

Sollte diese Gefahr jedoch durch ein stabiles Rentenniveau auf heutigem Stand reduziert werden, müsste der Rentenbeitrag auf 26,6 Prozent angehoben werden. Auf den bundesdeutschen Durchschnittslohn bezogen würde dies bedeuten, dass Arbeitnehmer im Jahr 2040 monatlich 64 Euro von ihrem Gehalt nicht auf das eigene Girokonto erhalten, sondern direkt an die Rentenkasse zahlen.

Quelle: Spiegel Online

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