Städte verzeichnen stärksten Bau-Boom seit 1999

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.03.2017

Baugenehmigungen auf dem Höchststand: Seit 18 Jahren wurden nicht mehr so viele Genehmigungen erteilt wie im Jahr 2016. 375.400 genehmigte Wohnungen stellen ein Fünftel mehr dar als noch 2015. Dieser Anstieg im Bauwesen ist zum einen der Flüchtlingssituation geschuldet, zum anderen der vermehrten Landflucht hin in die Großstädte. Dennoch werden die aktuellen Zahlen nicht ausreichen, um den schwierigen Wohnungsmarkt zu entspannen.

Diese Nachricht dürfte alle Wohnungssuche-Geplagten freuen: Die Baubranche boomt und plant gerade im Bereich von Großstädten so viele Bauprojekte wie noch nie in diesem Jahrhundert. Allerdings bedeuten diese Erhebungen des statistischen Bundesamts keine so große Erleichterung, wie zunächst gedacht werden könnte. Denn zum einen wird Bauen in Deutschland immer teurer, sodass die Kosten letztendlich in Form von hohen Mieten weitergegeben werden. Zum anderen wird selbst diese Rekordzahl neuer Baugenehmigungen vermutlich nicht ausreichen, um den stetig steigenden Wohnraumbedarf zu decken.

Größter Anstieg bei Wohnheimen und Mehrfamilienhäusern

Kritiker bemängeln, dass das starke Bauwachstum zu unzähligen leerstehenden Wohnungen und Häusern in einigen Jahren führen könnte und haben dabei den demographischen Wandel im Blick. Die meisten Experten sind sich allerdings einig, dass der Trend zum Umzug in die Stadt anhalten wird und Bauprojekte hier deshalb absolut notwendig sind. Entsprechend beziehen sich alleine 173.400 der Anträge auf Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, dem bevorzugten Wohnmodell in der Großstadt.

Natürlich haben auch der Zuzug aus EU-Ländern und vor allem die vermehrte Einwanderung von Flüchtlingen die Baubranche angeheizt. So stieg die Anzahl der neu genehmigten Wohnungen in Wohnheimen, zu denen Flüchtlingsheime ebenfalls zählen, um 109,7 Prozent und damit am stärksten.

Baldige Vergünstigung von Wohnraum trotzdem fraglich

Allerdings ist der Wettbewerb um Bauland nach wie vor gerade in Städten hoch, was auch die Baukosten erhöht. Es ist anzunehmen, dass Wohnraumeigentümer diese Kosten über entsprechende Mietpreise an die Mieter weitergeben werden, sodass die letztmalig um 4,9 Prozent gestiegenen Mieten vermutlich so schnell nicht sinken werden.

Außerdem wird die hohe Anzahl an entsprechenden Anträgen momentan auch dadurch gesteigert, dass viele Bauherren sie noch Ende 2015 eingereicht haben, um sich nicht an die seit 2016 gültige neuen Energieeinsparverordnung halten zu müssen. All diese Anträge wurden im Laufe von 2016 bearbeitet und fallen deshalb in die aktuelle Statistik. Es ist aber daher nicht zwingend damit zu rechnen, dass die Zahl der Genehmigungen dauerhaft steigen wird. Dabei wären laut Bundesregierungen jährlich 370.000 neue urbane Wohneinheiten nötig, um den Bedarf zu decken.

Quellen: Handelsblatt.com, Zeit.de, Süddeutsche.de

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