Stärkstes Wirtschaftswachstum seit einem Jahr

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.05.2017

Die deutsche Wirtschaft ist weiterhin auf Erfolgskurs und startete schwungvoll ins Jahr 2017. Angetrieben von steigenden Unternehmensinvestitionen, einem verbesserten Außenhandel, dem Bauboom und einem erhöhten Konsum im Inland wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Januar und März um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Es ist das stärkste Wirtschaftswachstum seit einem Jahr.

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes bestätigen den größten deutschen Konjunkturaufschwung seit einem Jahr. Im ersten Quartal stieg das BIP, angetrieben durch anziehende Investitionen, steigende Exporte und eine verbesserte hiesige Kaufkraft, um 0,6 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal. Mit einer Verbesserung um 0,4 Prozent war das Wachstum der größten Volkswirtschaft Europas Ende 2016 noch deutlich moderater ausgefallen.

Exporte steigen schneller als Importe

Die aktuellen Zahlen, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag vorlegte, bestätigen Einschätzungen, die Ökonomen bereits vorab zur deutschen Wirtschaftslage angestellt hatten. Denn die Gründe für das BIP-Wachstum der größten europäischen Volkswirtschaft sind vielfältig. 

Die historisch günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt und niedrige Zinsen begünstigten die Kaufkraft der Verbraucher ebenso wie Investitionen von Unternehmen, während der Staat beispielsweise für die Unterbringung und Versorgung hunderttausender Flüchtlinge Mehrausgaben verzeichnete. 

Vom derzeit schwachen Euro und der schrittweisen Erholung der Weltwirtschaft profitieren außerdem Auslandsexporte: Diese erreichten im März den höchsten Monatswert seit 1950 und zogen laut Angaben der Statistiker stärker als die Importe an.

Europa erhöht Druck auf Deutschland

Auch für das gesamte Jahr 2017 prognostizieren Ökonomen einen andauernden Anstieg der Wirtschaft. Diesen könnte auch der Brexit begünstigen. Denn bisher investierten ausländische Unternehmen mit Vorliebe in Großbritannien, während Deutschland seit Jahren auf dem zweiten Platz rangiert. Die Unsicherheit, die der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union auslöst, könnte dies nun erstmalig ändern. 

Die erstarkende deutsche Wirtschaft, deren Wachstum das der Euro-Staaten um 0,1 Prozent übersteigt, gibt in Brüssel Anlass zur Kritik an der Bundesregierung. Die Europäische Kommission fordert, den „Spielraum im Haushalt zu nutzen“ und mehr zur wirtschaftlichen Erholung Europas beizutragen. Wie die Überschüsse in der Leistungsbilanz am besten genutzt werden können, wird in der Bundesregierung wohl bis in den Wahlkampf hinein diskutiert werden.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Griechenland-Kredite: Trotz Sparanstrengungen vertagen Euro-Staaten und IWF die Entscheidung über konkrete Schuldenerleichterungen für das pleitebedrohte Griechenland.
  • Niederländischer Gasexport: Ab 2020 wollen die Niederlande kein Gas mehr nach Deutschland liefern. Millionen Bürger müssen bis dahin ihre Heizungen umrüsten.
  • Bauboom hält an: 2016 wurden in Deutschland so viele Wohnungen errichtet wie zuletzt 2004. Die hohe Nachfrage bleibt dennoch ungebrochen.

Quellen: FAZ, Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, Welt

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