Starker Rückgang von Baugenehmigungen

Zuletzt aktualisiert am 20.06.2017

Seit längerem schien der Bauboom kaum noch zu bremsen, doch nun zeigt das erste Quartal des Jahres einen deutlichen Dämpfer. Das Statistische Bundesamt teilt am Montag einen starken Rückgang der genehmigten Bauvorhaben mit und so schrumpfte beispielsweise die Zahl der bewilligten Wohnungen um neun Prozent. Auch bei Einfamilienhäusern oder Ausbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden haben sich die Zahlen vermindert.

Für den Boom der Baubranche schien über lange Zeit kein Ende in Sicht und die Zahl der Neubauten schoss immer weiter in die Höhe. Die am Montag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes künden nun mit stark ruckläufigen Genehmigungen vorerst von einem Ende des Aufwärtstrends. Sowohl die Bewilligungen von Einfamilienhäusern als auch von Ausbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden haben einen Dämpfer erfahren. Auch bei Wohnungen ging die Zahl mit neun Prozent deutlich zurück.

Dämpfer für den Bauboom

Die Baubranche profitiert schon lange von den anhaltend niedrigen Zinsen. Als privater Bauherr investiert es sich in diesem Finanzierungsklima nach einem Bauantrag und Baukredit leichter in die eigenen vier Wände. Investoren konnten ebenfalls von Immobilien mehr Gewinne erwarten als von zahlreichen anderen Anlagealternativen. Der akute Mangel an Wohnraum, vor allem in Ballungsräumen und Metropolen, tat neben Faktoren wie dem Zuzug von Flüchtlingen sein Übriges. Nach am Montag veröffentlichen Informationen des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Baugenehmigungen in den ersten drei Monaten des Jahres jedoch deutlich geschrumpft. Die Bewilligungen zum Bau neuer Wohnungen fielen von Januar bis April um neun Prozent auf 106.500.

Entwicklung je nach Wohnraum

Wie sich die Zahl der Bewilligungen entwickelte, war je nach Wohnraumtyp sehr unterschiedlich. So erklärten die Statistiker beispielsweise, dass die Genehmigungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern um 2,5 Prozent und „gegen den Trend gestiegen sind“. Hier wurde mit 51.100 Baugenehmigungen der höchste Wert des ersten Jahresdrittels seit 19 Jahren ermittelt. Deutliche Rückgänge verzeichneten hingegen Ein- und Zweifamilienhäuser mit jeweils 15,7 beziehungsweise 6,5 Prozent. Wohneinheiten, die wie aufgestockten Dachgeschosswohnungen durch Um- und Ausbaumaßnahmen entstehen, verbuchten einen Einbruch um 28,6 Prozent. In dem Bereich der Wohnheime, zu denen auch Flüchtlingsunterkünfte zählen, wurden 16,8 Prozent weniger Bewilligungen erteilt. Experten erwarten bislang 310.000 bis 320.000 neue Wohnungen für dieses Jahr. Die Bundesregierung schätzt den jährlichen Bedarf jedoch auf 350.000 Wohnungen – ein Wert, der gegenwärtig weit verfehlt werden würde.

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Quellen: Spiegel, Statistisches Bundesamt

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