Steigende Abwasserkosten durch Reformen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.02.2016

Durch neue umweltpolitische Reformen werden die Abwasserkosten für Verbraucher voraussichtlich steigen. Denn auf die Entsorger werden höhere Investitionen zukommen, beispielsweise zum Ausbau von Kläranlagen, um den neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Falls das Mehrwertsteuerprivileg der Entsorgungsbetriebe wegfällt, müssten sie ebenfalls mit einer Erhöhung der Abwasserkosten reagieren.

Deutsche Verbraucher müssen sich auf steigende Abwasserkosten einstellen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, gibt es neue Reformen, die Investitionen erfordern und so mit steigenden Kosten für die Stadtwerke verbunden sind. Die Kommunalbetriebe werden diese Kosten voraussichtlich an die Verbraucher weitergeben.

Reformen erhöhen Kosten der Entsorger

Die Entsorgungsbetriebe sehen sich mit einer steigenden Zahl von politischen Vorgaben konfrontiert, die ihnen zusätzliche Kosten verursachen werden. Bereits jetzt müssen die Entsorger mit einigen Herausforderungen zurechtkommen, zum Beispiel dem Erhalt der Infrastruktur, einem zurückgehenden Wasserabsatz und den Folgen des demografischen Wandels. Der Verband der Kommunalen Unternehmen (VKU) nennt laut „FAZ“ fünf Reformvorhaben, die Konsequenzen für die Stadtwerke und in der Folge auch Auswirkungen auf die Abwasserkosten haben werden.

Zum Beispiel möchte das Bundesumweltministerium den Einsatz von Klärschlamm als Dünger verbieten. Dadurch wird sich die Entsorgung des Schlamms deutlich verteuern. Außerdem müssen die Kläranlagen ausgebaut werden, um Mikroschadstoffe besser zu filtern und so den geltenden Vorgaben zu entsprechen. Dafür ist mit Kosten von 1,3 Milliarden Euro zu rechnen.

Abwasserkosten abhängig von politischen Entwicklungen

Die Entsorger klagen zudem darüber, dass sie Verunreinigungen beseitigen müssen, die sie nicht verursacht haben, sondern die zum Beispiel von Kosmetikfabriken stammen oder durch Reifenabrieb auf Landstraßen ins Wasser gelangt sind. Zudem würde Starkregen häufig zu Überschwemmungen führen und damit steigen die Anforderungen an die Kanalisation stellen.

Eine besorgniserregende Entwicklung für die Entsorger ist auch die auf europäischer Ebene stattfindende Diskussion um die Abschaffung des Mehrwertsteuerprivilegs für die hoheitlich agierenden Betriebe. Falls dieses wegfällt, müssen die Kunden sich auf steigende Abwasserkosten einstellen. VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche appelliert deshalb laut „FAZ“ an die Politik, eine ergebnisoffene Diskussion darüber zu führen, wie Ziele und Reformen in der Umweltpolitik „kosteneffizient über alle Verursachergruppen und Nutzer erreicht werden können.“

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