Steigende Inflationsrate bringt EZB in Bedrängnis

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.01.2017

Zum Jahresabschluss stieg die Teuerungsrate so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr. Die deutsche Wirtschaft sah sich mit einer Inflationsrate von 1,7 Prozent konfrontiert - der europäische Durchschnitt ließ sich auf 1,1 Prozent beziffern. Die Europäische Zentralbank sieht sich nun mit Problemen konfrontiert: Die zuvor erklärte Niedrigzinspolitik bringt Kleinanleger um ihr Erspartes.

Mit dem niedrigen Leitzins möchte die EZB erreichen, dass die Konjunktur in der EU weiter so rund läuft wie bisher. Außerdem sollen dadurch wirtschaftlich schwächere Mitgliedsländer unterstützt werden. Denn wer niedrige Zinsen zahlt, der konsumiert auch mehr. Wenn die Teuerungsrate aber die Zinsen übersteigt, verlieren Geldanlagen schnell an Wert. Die EZB wird deswegen von Experten dazu gedrängt, die niedrigen Zinsen möglichst schnell der steigenden Teuerungsrate anzupassen.

Das kann die EZB jetzt tun

Selbst bisherige Befürworter des Niedrigzinses gaben zu, dass die EZB über eine „Normalisierung der Geldpolitik“ nachdenken sollte. Allerdings gibt es auch ein anderes Lager, welches vermutet, dass der Anstieg nur temporär sei und durch sinkende Ölpreise wieder ausgeglichen werden könnte.

Außerdem wird die bisherige Entwicklung durch die Zinspolitik als sehr positiv wahrgenommen. Bei einem verfrühten Rückrudern könnte es passieren, dass die Errungenschaften wieder hinfällig werden. Auch für Deutschland würde eine Erhöhung der Zinsen Risiken mit sich bringen, da die Investitionsmöglichkeiten geringer werden würden.

Das sind die Gründe für die wachsende Inflationsrate

Der Hauptgrund für die steigende Inflation ist der gestiegene Ölpreis. Die Preise für Benzin und Heizkosten stiegen also. Auch die wachsende Abschottung von freiem Handel, die in den USA zu beobachten ist, spielt eine Rolle. Durch wachsende Exportsteuern, Zölle oder Abschottung von fremden Märkten würden die Preise steigen.

Außerdem ist die wirtschaftliche Förderung der Politik ein weiterer Grund dafür, dass die Preise anziehen. Die Märkte sind generell verunsichert. Die kommenden politischen Entwicklungen wie der wahrscheinliche Austritt Großbritanniens aus der EU lassen Anleger an einem stabilen Markt zweifeln. Für die EU sind die Auswirkungen dieser Entscheidung noch nicht abzusehen.

Quellen: Welt.de, FAZ, Handelsblatt

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