Steigender Krankenkassenbeitrag: Ruf nach Parität

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.10.2015

Überraschend ist es nicht: Der Krankenkassenbeitrag wird aufgrund der steigenden Gesundheitskosten angehoben. Arbeitgeber werden an den höheren Kosten nicht beteiligt. Daher mehren sich die Rufe nach der Rückkehr zur Parität bei der Gesetzlichen Krankenversicherung. Der Zusatzbeitrag gerät verstärkt in die Kritik.

Seit dieser Woche steht es endgültig fest: Der Krankenkassenbeitrag wird im kommenden Jahr um 0,2 Prozentpunkte steigen. Welche Mehrkosten konkret auf die Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zukommen, liegt letztendlich in der Hand der einzelnen Krankenkassen, berichtet „Tagesschau.de“.

Arbeitgeber von Erhöhung des Krankenkassenbeitrags nicht betroffen

Fest steht, dass die Arbeitgeber sich nicht an den steigenden Kosten für Medikamente, Krankenhäuser und ärztliche Behandlungen beteiligen müssen – der Arbeitgeberanteil zur GKV ist nach wie vor eingefroren. Daher müssen die Krankenkassen nun entscheiden, ob sie das erwartete Minus von etwa drei Milliarden Euro aus Rücklagen ausgleichen können oder die Kosten auf die Versicherten umlegen. In diesem Fall würde der Zusatzbeitrag erhöht, der anders als der reguläre Krankenkassenbeitrag nicht zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen wird. Den Zusatzbeitrag zahlen allein die Versicherten.

Politiker fordern Rückkehr zur Parität

Nach Ankündigung der Erhöhung des Krankenkassenbeitrags mehren sich die Stimmen gegen das Konzept des Zusatzbeitrages, dessen Ziel vor allem die Entlastung der Arbeitgeber war. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach will das Thema nun erneut diskutieren. „Die alleinige Belastung der Versicherten mit Zusatzkosten, die wir beschlossen haben, ist problematisch“, sagte er der „Tagesschau“. Daher sei es an der Zeit, über eine Rückkehr zur Parität beim Krankenkassenbeitrag nachzudenken. Rückendeckung erhält Lauterbach von der Opposition. Die Grünen-Abgeordnete Maria Klein-Schmeink geht wie ihr SPD-Kollege davon aus, dass der Zusatzbeitrag weiter steigen wird, und zwar in stärkerem Maße als die Einkommen. Daher müsse wieder auf das paritätische System gesetzt werden.

Auch Verbände kritisieren Zusatzbeitrag

Kritik am Zusatzbeitrag kommt auch von den Verbänden. „Die Schmerzgrenze ist jetzt erreicht“, sagte Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbandes Deutschland, der „Tagesschau“. Der Gesetzgeber müsse handeln, um die Erhöhung des Zusatzbeitrags zu begrenzen. Auch nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) müssten Arbeitgeber wieder verstärkt an den Kosten beteiligt werden.

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