Sterbegeldversicherung ist oft ihr Geld nicht wert

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 10.11.2016

Eine würdevolle Bestattung ist nicht billig. Mit einer Sterbegeldversicherung wollen viele Menschen ihren Erben Bestattungskosten ersparen. Doch oft geht der Plan nicht auf und die Police bringt weniger als eingezahlt wurde. Es gibt jedoch sinnvolle Alternativen, für den eigenen Todesfall vorzusorgen – vor allem für Jüngere.

Die Idee klingt plausibel: Wer in eine Sterbegeldversicherung einzahlt, der spart Geld an, von dem die Beerdigungskosten für die eigene Bestattung gezahlt werden. Davon haben die Betroffenen selbst zwar nichts mehr, dafür werden aber ihre Nachkommen entlastet. Die bekommen dank der Police genug ausgezahlt, um die Beisetzung ganz oder wenigstens teilweise zu begleichen. So der zugrundeliegende Plan. Allerdings geht der nicht immer auf. Jedenfalls nicht unter positiven Ertragsgesichtspunkten.

Vorsicht: Ältere zahlen bei der Sterbegeldversicherung drauf

„Das gute Gefühl, vorgesorgt zu haben, ist teuer erkauft, in den meisten Fällen ein sicheres Renditegrab“, zitiert die „Welt“ Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das gilt besonders für Menschen im Rentenalter. Sie würden mehr in die Sterbegeldversicherung einzahlen als am Ende herauskommt. Mit dieser Einschätzung steht die Expertin nicht allein da. So hält auch der Bund der Versicherten (BdV) die Sterbegeldpolice für eine mehr oder weniger unsinnige Versicherung.

Experten und Verbraucherschützer sind ausgesprochen skeptisch

Klar ist: Je höher das Eintrittsalter, desto höher die jeweiligen einmaligen oder monatlichen Beiträge. Das liegt ganz einfach daran, dass betagte Versicherte ein höheres Sterberisiko haben als jüngere. Sprich, der Versicherungsfall und damit die Auszahlung tritt bei ihnen früher ein. Dazu macht die „Welt“ eine Beispielrechnung auf. Für eine garantierte Auszahlung von 5.000 Euro zahlt ein 65-Jähriger monatlich 29 Euro in seine Sterbegeldversicherung ein. Stirbt er nach zwanzig Jahren, so hat er 6.960 Euro an Beiträgen investiert. Das macht ein Minus von fast 2.000 Euro. „Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten drücken auch noch rein, Überschüsse sind nicht garantiert, wo bleibt da das Geschäft für den Kunden?“, fragt sich denn auch Bianca Boss, Sprecherin des BdV.

Mit konventionellen Geldanlagen effektiver für die Beerdigungskosten sparen

Wer Beerdigungskosten sparen will, der kann zu besseren Mittel greifen. Und das im Idealfall möglichst früh, dann lässt sich auch mit geringeren monatlichen Aufwendungen eine beträchtliche Summe ansparen. Eine Möglichkeit ist der Abschluss einer Risikolebensversicherung, die im Todesfall an die Hinterbliebenen ausgezahlt werden. Aber auch mit einem Banksparplan oder regelmäßigen Einzahlungen auf ein Tagesgeldkonto lässt sich Geld für die eigenen Beerdigungskosten beiseitelegen. Mit üppigen Renditen ist dabei zwar derzeit auch nicht zu rechnen, doch immerhin können Sparer hier sicher sein, den vollen eingezahlten Betrag auch wieder ausgezahlt zu bekommen. Falls schon ein gewisser Grundstock an Kapital vorhanden ist, bringt die Anlage als Festgeld ein wenig mehr an Rendite.

Verbraucher, die erst jüngst eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen haben, haben gute Chancen, diese wieder zu kündigen. Quasi nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende und Rendite. Die Verbraucherzentralen ermitteln gegen Gebühr, wie viel Geld dabei auf der Stecke bleibt. Grundsätzlich haben Ehepartner von verblichenen Ruheständlern die Möglichkeit drei volle Monatsrenten aus dem Sterbevierteljahr zu erhalten. Allerdings nur auf Antrag. Auch dieses Geld lässt sich nutzen, um die Beerdigungskosten zu schultern.

Quelle: Welt

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