Steuerbescheid für jeden Zweiten unverständlich

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.01.2016

Laut einer Umfrage ist der Steuerbescheid für viele Verbraucher schwer zu verstehen. Rund 45 Prozent der Befragten kommen selten oder nie damit zurecht, nur 11 Prozent fühlen sich sicher. Die komplexen Formulierungen des Finanzamts dienen aber der Rechtssicherheit und können häufig nicht vereinfacht werden.

Wie die „Welt“ berichtet, hat jeder zweite Bundesbürger Probleme damit, seinen Steuerbescheid zu verstehen. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) im Auftrag der „Welt am Sonntag“ für die über 1.000 Verbraucher befragt wurden. Den Finanzämtern ist dieses Problem bewusst, allerdings muss auch die Rechtssicherheit des Steuerbescheids gewährleistet sein.

Steuerbescheid generell schwer verständlich

In der Umfrage gaben rund 45 Prozent der Befragten an, die Post vom Finanzamt fast nie oder häufig nicht zu verstehen. Nur 11 Prozent fühlen sich sicher und verstehen den Steuerbescheid immer, 40 Prozent erfassen ihn zumindest größtenteils. Dabei gibt es nur geringe Unterschiede zwischen Altersgruppen, Regionen und Geschlechtern: In allen Gruppen gaben mehr als 40 Prozent der Befragten an, Probleme mit dem Steuerbescheid zu haben. Am geringsten sind diese noch bei den 50- bis 59-Jährigen, wo knapp 60 Prozent mit dem Bescheid zurechtkommen.

Dagegen haben Menschen über 70 Jahre am häufigsten Probleme, sich den Inhalt des Bescheids zu erschließen. Etwas mehr Männer als Frauen erklärten, die Mitteilung des Finanzamts zu verstehen, und die Verständnisprobleme sind in den alten Bundesländern etwas geringer als in den neuen. Aber insgesamt können viele Verbraucher nicht unmittelbar erkennen, ob sie mit einer Steuerrückzahlung auf ihrem Girokonto rechnen können oder nicht.

Komplexe Sprache dient der Rechtssicherheit

Laut Thomas Eigenthaler, dem Chef der Deutschen Steuergewerkschaft (DSTG), ist diese Problematik bekannt, allerdings dienen die schwer verständlichen Formulierungen der Rechtssicherheit des Steuerbescheids. Eine einfachere Version erfüllt diese zentrale Bedingung häufig nicht. Begriffe wie „Nichtabziehbarkeit“ oder „Vorläufigkeitsvermerk“ können nicht ohne Weiteres anders ausgedrückt werden und trotzdem juristischen Ansprüchen genügen. So könnte ein simpel formulierter Steuerbescheid angefochten werden, obwohl er im Grunde korrekt ist.

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