Steuererklärung ohne Belege kommt 2022

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.12.2015

Ab 2022 soll die Steuererklärung ohne Belege erfolgen und in den meisten Fällen maschinell überprüft werden. Mit einem Gesetzesentwurf will die Bundesregierung bei Bürgern und Finanzämtern für Entlastung sorgen und die Bearbeitungszeiten reduzieren. Belege müssen aber weiterhin gesammelt werden, denn Stichproben sind vorgesehen.

Wie die „Welt“ berichtet, soll ab 2022 soll eine Steuererklärung ohne Belege möglich sein. Die Bundesregierung möchte mit einem Gesetzesentwurf die aufwendige Steuererklärung einfacher machen. Die Überprüfung soll in Zukunft per Computer erfolgen.

Steuererklärung ohne Belege soll Entlastung bringen

Unkomplizierte Steuererklärungen sollen ab 2022 maschinell erledigt werden. Belege müssen die Bürger dann nicht mehr zwingend einreichen, sondern nur noch auf Verlangen an das Finanzamt schicken. Dies bedeutet, dass sie trotzdem aufbewahrt werden müssen. Die Übermittlung nach Aufforderung soll allerdings auch elektronisch erfolgen können. Durch diese Änderung sollen sowohl Steuerzahler als auch Finanzämter entlastet werden. Ziel ist es, die teilweise sehr langen Bearbeitungszeiten von bis zu einem Vierteljahr zu verringern.

Bis zum 1. Januar 2017 soll die Rechtsgrundlage für die Steuerklärung ohne Belege geschaffen sein, die Umsetzung wird dann flächendeckend bis 2022 erfolgen. Informationen von Arbeitgeber und Krankenkasse sollen bei der beleglosen Steuererklärung direkt voreingestellt sein. Auch Daten über Kapitaleinkünfte – beispielsweise aus Tagesgeld oder Festgeld – sollen direkt von der Bank übermittelt werden. Die Bürger können die Steuererklärung dann am eigenen Computer überprüfen, gegebenenfalls korrigieren und an das Finanzamt übermitteln. Auch der Steuerbescheid soll dann digital erfolgen.

Gesetzesentwurf sieht Risikofilter vor

Auch wenn die Steuererklärung weitgehend digitalisiert werden soll, sieht der Gesetzesentwurf Stichproben vor, die von einem Finanzbeamten überprüft werden. Außerdem soll es einen Risikofilter mit bis zu 100 Kriterien geben, die allerdings nicht öffentlich sind. So müssen Steuerzahler trotzdem immer mit einer Kontrolle rechnen.

Zudem soll niemand gezwungen werden, sich vollständig auf den Computer zu verlassen: Wer der maschinellen Überprüfung nicht traut, soll auch in Zukunft die Überprüfung durch einen Sachbearbeiter beantragen können.

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