Stiftung Warentest: Riester-Rente ist besser als ihr Ruf

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.09.2017

Die Riester-Rente gehört nicht gerade zu den beliebtesten Modellen zur Altersvorsorge und wird regelmäßig als gescheitert erklärt. Tatsächlich scheint sich das Modell aber mehr zu lohnen, als vielfach angenommen. Das zieht die Stiftung Warentest als Resümee der aktuellen „Finanztest“. Gerade die staatlichen Zulagen bieten in Zeiten von Niedrigzinsen einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Angeboten zur privaten Vorsorge.

In der zehnten Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ hat die Stiftung Warentest jetzt die Riester-Rente unter die Lupe genommen. Dabei fällt das Ergebnis deutlich positiver aus, als viele es vermutlich angenommen haben. Denn gemeinhin gilt die Riester-Rente als unrentable Option zur privaten Altersvorsorge, die sich für die wenigsten Sparer auszahlt. Stiftung Warentest stellt aber gerade die staatlichen Zuschüsse in den Vordergrund, die bei der aktuellen Niedrigzins-Lage den entscheidenden Vorteil gegenüber vielen anderen Sparmodellen bieten.

Änderungen im nächsten Jahr begünstigen Geringverdiener

Für wen ist die Riester-Rente sinnvoll? Bislang lautete die Antwort auf diese Frage zumeist: Besserverdiener. Einer der größten Kritikpunkte am Riester-Modell war dementsprechend, dass gerade die Geringverdiener und Frauen mit erziehungsbedingten Verdienstausfällen, die eine Aufstockung der gesetzlichen Rente am dringendsten benötigen, diese durch Riester kaum bekommen.

Das liegt vor allem daran, dass das ersparte Riester-Vermögen bislang auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird. Ab 2018 sind dagegen 100 Euro aus einer privaten Altersvorsorge monatlich anrechnungsfrei. Und auch die allgemeine Grundzulage steigt von 154 auf 175 Euro.

Schwierigkeiten, das passende Angebot zu finden

Hauptkriterien lagen für Stiftung Warentest bei den Punkten Rentenzusage und Kosten, Anlageerfolg, Transparenz und Flexibilität. Hier erreichten alle neun getesteten Riester-Lösungen die Note „befriedigend“. Vor allem die geringen Kosten sowie gute Wechselmöglichkeiten wurden positiv bewertet, geringe Zinsen und zu wenig Auswahloptionen fielen negativ ins Gewicht. Außerdem problematisch: Diese neun Angebote sind die einzigen momentan verfügbaren. Denn die klassischen Riester-Banksparpläne werden nur noch von sehr wenigen Geldinstituten angeboten.

Als Alternative zum Riestern bieten sich nach wie vor Fondsparpläne und Fondspolicen an. Natürlich unterscheidet sich die Rentabilität hier aber auch von Angebot zu Angebot, weshalb ausführliche Vergleiche unerlässlich sind.

Quellen: Rheinische Post, T-Online.de, Test.de

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