Strafzinsen für Privatkunden: Sparkasse macht Ernst

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.03.2017

Während die meisten deutschen Geldinstitute noch nicht auf das letzte Mittel Strafzins zurückgreifen wollen, hatten einige Sparkassen schon angekündigt, diesen Weg gehen zu wollen. Mit der Sparkasse Köln-Bonn setzt die erste diese Pläne nun um. Wohlhabende Privatleute müssen in Form von Minuszinsen dafür zahlen, dass sie ihr Geld bei der Sparkasse hinterlegt haben. Grund dafür ist die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Aufgrund der Nullzinspolitik der EZB setzt nun die Sparkasse Köln-Bonn als erste Sparkasse in Deutschland Strafzinsen für Privatkunden um. Die Einschränkung dieser Strafzinsregelung: Sie betrifft nur Personen mit einem Vermögen von mehreren Millionen Euro, bei der Sparkasse Köln-Bonn also zunächst nur wenige der insgesamt 590.000 Privatkunden. Nichtsdestotrotz könnte diese Entscheidung wegweisend für andere Banken in Deutschland sind, die eine Lösung für die Strafzinspolitik der Europäischen Zentralbank suchen. Obwohl Minuszinsen für Privatkunden von der Mehrheit der Finanzinstitute noch abgelehnt werden, bleibt es fraglich, wie lange die deutschen Banken bei diesem Entschluss bleiben.

Mehrheit der Privatkunden soll so lange wie möglich unbehelligt bleiben

Den ersten Schritt in Richtung Strafzins unternahm die Sparkasse bereits mit Negativzinsen für Geschäftskunden, damals in Hamburg. Auch hier könnte es bald Privatkonten mit hohen Geldeinlagen treffen. Eine Sprecherin gibt allerdings nach wie vor an, dass die Einführung eines generellen Strafzinses für alle Privatkunden so lange wie möglich vermieden werden soll.

Allerdings ziehen andere Institute bereits nach. So gibt die Hamburger Privatbank Berenberg an, dass in Zukunft ein Strafzins in Erwägung gezogen wird. Auch hier ginge es zunächst um die besonders vermögenden Privatkunden. Konkret nennt ein Sprecher Konten mit Einlagen im zweistelligen Millionenbereich.

Kernproblem liegt bei EZB

Dass sich die Situation für Sparer in Deutschland gerade überhaupt so verschärft, ist kein Zufall. Ausschlaggebend ist die Niedrigzinspolitik der EZB, welche die Inflation der Euro-Länder ankurbeln will. Deshalb hat sie ihrerseits einen Minuszins von 0,4 Prozent eingeführt, wenn Banken über Nacht Geld bei der EZB parken wollen.

Aus diesem Grund werden zu hohe Einlagen, die früher noch in Form positiver Zinsen belohnt wurden, für Banken nun zum kostenverursachenden Problem. Die eigene Negativzinsregelung dürfte Verbraucher aber dennoch vor den Kopf stoßen, sollte sie sich auf durchschnittliche Sparer ausweiten.

Quellen: Focus.de, Handelsblatt.de 

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