Streik bei der Post: Osterpakete bleiben liegen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.04.2015

Kurz vor Ostern denken viele Menschen an Freunde und Verwandtschaft in weiter Ferne und haben einen kleinen Gruß oder ein Paket auf den Weg gebracht. Doch ausgerechnet mitten im Ostergeschäft herrscht Streik bei der Post: Zahlreiche Zusteller haben bundesweit ihre Arbeit niedergelegt, um ihren Forderungen im Tarifkonflikt Nachdruck zu verleihen.

Seit dem 1. April herrscht Streik bei der Post: 10.000 Postboten und Paketzusteller ließen am ersten Tag des Warnstreiks ihre Arbeit ruhen und haben damit sechs Millionen Briefe und 300.000 Pakete liegen gelassen, berichtet „tagesschau.de“ unter Berufung auf Angaben der Gewerkschaft ver.di. Auch einen Tag später, am Gründonnerstag, sieht es nicht besser aus.

Streik bei der Post: Konstruktive Verhandlungen im Tarifkonflikt erwünscht

Ver.di hat erneut deutschlandweit die Zusteller zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Viele Beschäftigte aus Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Hessen und Rheinland-Pfalz sind dem Aufruf gefolgt und nehmen am Streik bei der Post teil. Die Gewerkschaft will damit den Druck auf das Unternehmen erhöhen: Die Post müsse in „ernsthafte und konstruktive Verhandlungen“ treten – ver.di sei auf eine „lange Auseinandersetzung vorbereitet“.

Hauptanliegen von ver.di: Kürzere Arbeitszeiten für Paketzusteller

Im Tarifkonflikt zwischen der Post und ihren Arbeitnehmern steht vor allem die Forderung nach verkürzten Arbeitszeiten im Vordergrund. Ver.di setzt sich für die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden für rund 140.000 Tarifkräfte bei vollem Lohnausgleich ein. Das käme nach Angaben des Deutsche-Post-Konzerns einer Lohnerhöhung von 6,9 Prozent gleich.

Ver.di spricht sich gegen Amazon-Verhältnisse aus

Die Post plant bis 2020 rund 10.000 neue unbefristete Stellen zu schaffen: Diese sollen in 49 neue Regionalgesellschaften eingegliedert werden, in denen der Haustarifvertrag nicht gilt. Das Gehalt der neuen Mitarbeiter soll sich nach Informationen von „tagesschau.de“ an den niedrigeren Tarifen der Logistikbranche orientieren, nach welchen sich zum Beispiel auch der Online-Versandhändler Amazon richtet. Ver.di möchte den Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung verhindern. Auch mit dem Online-Händler Amazon liegt die Gewerkschaft im Clinch: Die Gewerkschaft hatte zuletzt an vier deutschen Standorten zu Streiks aufgerufen, um Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu bewegen und so bessere Bedingungen für die Beschäftigten zu schaffen.

Kommen Osterpakete dennoch pünktlich an?

Im aktuellen Streik bei der Post versucht Betriebschef der Deutschen Post, Uwe Brinks, die Verbraucher zu beruhigen: „Ich rechne damit, dass alle Sendungen ihre Empfänger bis Ostern erreichen werden“, wird er von „n-tv.de“ zitiert. Durch den Einsatz von Beamten, Mitarbeitern aus Service-Bereichen sowie durch eine punktuelle Aufstockung der Arbeit bei Servicepartnern habe die Post die Ausfälle durch den Streik vieler Paketzusteller und Postboten zum Teil auffangen können.

 

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