Strompreiserhöhung: Eon zieht nach

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.03.2017

Schon zum Jahreswechsel hatten zahlreiche Grundversorger die Strompreise angezogen. Nach 66 anderen Energieunternehmen kündigt jetzt auch Eon eine Preiserhöhung ab Mai an – insbesondere in Bayern soll diese stark ansteigen.

Die Strompreisentwicklung in Deutschland folgt weiter einem Aufwärtstrend: Bereits zum Jahresbeginn hatten die ersten Grundversorger eine Erhöhung der Strompreise angekündigt, zahlreiche weitere waren in den letzten Wochen nachgezogen. Mit der Bekanntgabe von Eon sind es nun 67 Energieunternehmen und die Anzahl der betroffenen Kunden hat sich verdoppelt.

Grund seien EEG-Umlage sowie Netzentgelte

2017 werden zahlreiche deutsche Haushalte mit höheren Stromkosten zu kämpfen haben. Dass es überhaupt zu einer flächendeckenden Preissteigerung kommt, wird von den Versorgern mit den gestiegenen staatlichen Abgaben durch die EEG-Umlage sowie zu zahlende Netzentgelte begründet.

Gerade Eon hat mit diesen Entwicklungen schwer zu kämpfen, schließlich musste das Unternehmen jüngst einen historischen Verlust von 16 Milliarden Euro bekannt geben. Insbesondere aufgrund dieses Verlustes müsse der Stromversorger seine Preise endlich anpassen. Vor allem in Bayern habe der Anbieter die Strompreise seit über vier Jahren nicht erhöht – im Jahr 2015 seien die Kosten sogar reduziert worden.

Gesunkene Börsenstrompreise lassen Mitnahmeeffekte vermuten

Die Energieexpertin der Grünen Bärbel Höhn gibt sich allerdings skeptisch, ob die angegebenen Gründe wirklich eine Preissteigerung zwingend notwendig machen. Schließlich lagen 2016 die Preise an der Strombörse zehn Prozent unter dem Vorjahrespreis, was die Preisentwicklung eigentlich entschieden dämpfen dürfte. Da es außerdem durchaus noch Stromanbieter gibt, die ihre Preise nicht angehoben haben (zum Beispiel die Stadtwerke Augsburg), vermutet Höhn viel eher Mitnahmeeffekte durch die Preissteigerung.

Langfristig werden höchstwahrscheinlich allerdings auch die Börsenstrompreise steigen, was einen völligen Wegfall des Dämpfungseffekts bedeuten wird. Kunden, die von einer besonders deutlichen Kostensteigerung betroffen sind, sollten einen Anbieter-Wechsel in Erwägung ziehen. Bei einer Preiserhöhung ist dieser Wechsel unabhängig der Vertragslaufzeit per Sonderkündigung möglich.

Quellen: Focus.de, n-tv.de, Augsburger-allgemeine.de

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