Stromverbrauch von Haushaltsgeräten weit über Herstellerangaben

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.06.2017

Kaffeemaschine, Kühlschrank, Fernseher – die Liste der Elektrogeräte in Europas Haushalten ist umfassend. Um den Stromverbrauch nicht ins Unermessliche zu treiben, orientieren sich Verbraucher an den Energielabels der Produkte. Eine europaweite Studie zeigt nun jedoch, dass die Geräte im Normalbetrieb oft stark von den Angaben abweichen und bis zu 30 Prozent mehr verbrauchen.

Beim Blick in die meisten europäischen Haushalte fallen unzählige Elektronikgeräte ins Auge. Spülmaschinen, Kühlschränke, Fernseher und Co. treiben den Verbrauch von Strom in die Höhe und so richten sich Kunden nach den Angaben und Energielabels der Hersteller. Dass diese jedoch um bis zu 30 Prozent unter dem Verbrauch liegen können, zeigt nun eine europaweite Studie.

Nicht so sparsam wie angenommen

Im Zuge einer Studie haben mehrere europäische Umweltschutzorganisationen den tatsächlichen Verbrauch von Haushaltsgeräten mit den Herstellerangaben verglichen und teils immense Differenzen festgestellt. Der Grund für die abweichenden Werte zwischen Labor und Alltagsgebrauch soll in den technisch veralteten Test liegen, die den Verbrauch nur ungenügend messen. Die Organisationen wie Clasp, Ecos, EEB und Topten bemängeln zudem die verwirrenden bis nicht vorhandenen Informationen zum erhöhten Verbrauch durch veränderte Einstellungen oder neue Software. 

Um den Energieverbrauch in Europa bis 2020 um bis zu zehn Prozent zu senken will die Europäische Union strengere Vorgaben einführen. Damit würde nicht nur das Klima entlastet werden, sondern Haushalte könnten auch bis zu 500 Euro jährlich einsparen. Die Problematik der Verbrauchstests sei laut EU jedoch Sache der verschiedenen Standardisierungs-Organisationen. Änderungen durchlaufen hier langwierige Prozesse und so entsprechen die Test nicht dem aktuellen technischen Stand. Fernseher werden deshalb beispielsweise immer noch mit dem gleichen Test wie vor zehn Jahren auf ihren Verbrauch geprüft.

Bis zu 30 Prozent Abweichung

Für die Studie wurden neuen Tests entwickelt, die näher an Alltag und technischem Stand orientiert sind. Kühlschränke müssen zur Verbrauchsmessung beispielsweise auch geöffnet und HD-Fernseher mit entsprechendem Videomaterial geprüft werden. Die Energie-Labels von G bis A+++ sehen dies bislang nicht vor und so sehen Verbraucher weiter hohe Angaben auf den Stromzählern. Je nach Gerät liegt der tatsächliche Stromverbrauch um 20 bis 30 Prozent höher als angegeben, ein Extremfall wich sogar um 50 Prozent ab. Obwohl in der Studie, anders als nach offiziellem Standard, jeweils nur ein Gerät pro Hersteller getestet wurde, fügten sich die Studienergebnisse in frühere Untersuchungen ein. Die Autoren fordern nun aktualisierte und alltagsnahe Messungen, die EU legt ihren Fokus jedoch zunächst auf die Vereinfachung bestehender Energielabels.

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Quellen: Süddeutsche, T-Online

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