Studie: Armutsrisiko für Mieter steigt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.05.2018

Laut einer aktuellen Studie ist das Armutsrisiko für Mieter in Deutschland hoch. Fast 29 Prozent aller Mieter seien demnach armutsgefährdet. Damit ist ihr persönliches Risiko, arm zu werden, deutlich höher als das bei Wohnungseigentümern der Fall ist. Zu diesem Ergebnis kommen die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer aktuellen Untersuchung zur Einkommensverteilung in Deutschland.

Noch Anfang der 90er Jahre war das Armutsrisiko für Mieter vergleichsweise gering, lag mit 16 Prozent nur etwa bei der Hälfte des derzeitigen Werts. „Von dieser Entwicklung sind vor allem junge Erwachsene bis 35 Jahre betroffen“, heißt es in der DIW-Studie. Das Risiko dieser Gruppe sei allein seit dem Jahr 2000 um 15 Prozentpunkte gestiegen.

Hohe Mieten für Armut mitverantwortlich

In Deutschland gilt als armutsgefährdet, wer lediglich 60 Prozent oder weniger des mittleren Einkommens verfügt. Armut ist insofern auch immer davon abhängig, wie viel Geld andere Personen verdienen und wird somit relativ, nicht absolut gemessen. Das Armutsrisiko bei Menschen, die Wohneigentum besitzen, liegt der aktuellen Studie zufolge bei lediglich rund vier Prozent – und ist noch dazu seit zwei Jahrzehnten konstant. Das liege unter anderem auch daran, dass nach Abbezahlung der Wohnung keine Mietzahlungen oder Kreditkarten für eine Belastung des Haushaltsbudgets sorgen.

Anders sieht es hingegen bei Mietern aus. Sie mussten laut der DIW-Studie im Jahr 2010 ganze 28 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für Miete ausgeben. Schon damals lag die durchschnittliche Bruttokaltmiete bei 440 Euro – die Tendenz ist freilich weiter steigend. Kaum verwunderlich ist es daher, dass die Schere zwischen Mietern und Eigentümern in Zukunft weiter auseinandergehen wird: „Menschen, die ein Armutsrisiko haben, dürfte es also immer schwerer fallen, auf dem Immobilienmarkt bezahlbare Mietwohnungen zu finden“, sagt DIW-Forscher Markus Grabka. Aus diesem Grund fordert das DIW von der Politik, deutlich mehr für den sozialen Wohnungsbau zu tun als bisher.

Quelle: Spiegel

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