Studie: Auch moderne Diesel verursachen zu viel Stickoxid

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.04.2017

Es herrscht wieder dicke Luft beim Thema Diesel. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) überschreitet auch die neuste Generation der Dieselautos die Schadstoffgrenze deutlich. Im Alltags-Test zeigten die Fahrzeuge ein erschreckendes Ergebnis für gesundheitsschädliche Stickoxide und überschritten die EU-Grenzwerte um das Sechsfache.

Auch bei der neusten Generation der Dieselfahrzeuge geht es auf den Straßen schmutzig zu. Die Motoren überschreiten mit ihrem Ausstoß des gesundheitsschädlichen Stickoxids die strengen EU-Normen um das Sechsfache. Diese erschreckenden Ergebnisse förderte jetzt eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zu den Dieseln im Alltags-Test zutage.

Alles andere als umweltschonend

Statt als Musterbeispiel für Umweltschutz zeigten die Berechnungen und Tests des Umweltbundesamtes die neusten Dieselfahrzeuge als Schmutzfinken. Die aktuell strengste EU-Abgasnorm Euro 6 gesteht den Wagen einen Grenzwert von 80 Milligramm Stickoxid pro Kilometer zu - die Diesel brachten es im Schnitt allerdings auf 507 Milligramm. Dennoch verstoßen sie damit nicht gegen die Grenzwerte, die nach geltendem Gesetz nur bei Labormessungen erfüllt werden müssen.

Das UBA führte seine Studie jetzt unter realistischeren Alltagsbedingungen durch und die Werte stiegen auf das Sechsfache. Schon Fahrten bei nicht unbedingt untypischem, kühlerem Wetter lassen den Stickoxid-Ausstoß nach oben schnellen. Eine Tatsache, die sich auch auf die Schadstoffklasse auswirken würde.

Schmutzige Werte im Höhenflug

Wie groß der Unterschied zwischen realistischen Abgaswerten und Labormessungen sein kann, ist spätestens seit dem VW-Dieselskandal bekannt.

Das Umweltbundesamt lässt mit seiner Studie jedoch alle Dieselfahrzeuge in einem schmutzigen Licht erstrahlen. In vielen gemessenen Werten übertraf sich die Kraftstoff-Flotte mit umweltschädlichen Werten. So wurde der durchschnittliche Ausstoß im Jahre 2016 auf 575 Milligramm Stickoxid geschätzt.

Die UBA-Studie deutet nun eher auf einen Durchschnitt von 767 Milligramm. Vom Klein-bis zum Geländewagen wurden die Werte von 25 Dieseln nach Euro 6 und 27 in Euro 5 Norm gemessen.

Laut Umweltbundesamt handelt es sich bei dieser Flotte um einen repräsentativen, deutschen Auto-Schnitt. Traurige Spitzenreiter sind die Euro-5-Diesel, die unter Einberechnung der Temperaturen auf einen NOx Ausstoß von 906 Milligramm pro Kilometer kommen.

Seitens der Hersteller kam es bisher zu keiner Äußerung zu den Messungen des Umweltbundesamtes und auch die Regierung stellt sich Medienberichten zufolge gegen stärkere Kontrollen. Während in Brüssel der Ruf nach Überprüfungen der nationalen Aufsichtsbehörden, härteren Strafen und eigenen Tests laut wird, soll sich die Bundesregierung gegen die EU-Vorschläge stellen.

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Quellen: Spiegel, Zeit

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