Schuldenstudie: So gehen Deutsche mit Schulden um

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.06.2015

Jeder zweite Bundesbürger hat Schulden. Kredite werden aufgenommen, um den einen oder anderen Wunsch zu finanzieren – aber auch um anstehende Ausgaben zu stemmen, die ansonsten unmöglich wären. Doch nach der Ausgabe steht die Rückzahlung: Mit der Frage, wie deutsche Kreditnehmer mit ihren Verbindlichkeiten umgehen, hat sich eine aktuelle Schuldenstudie befasst.

Ganz egal ob für den Kauf einer Immobilie, die Finanzierung eines neuen Autos oder auch für einfach für dringend anstehende Ausgaben, die im Rahmen des monatlichen Budgets nicht zu bewältigen sind – fest steht: 47 Prozent der Deutschen haben Schulden. Das ergab die repräsentative Schuldenstudie 2015 im Auftrag der Unternehmensgruppe EOS. Das Marktforschungsinstitut Icon Added Value befragte zum Thema Schulden Erwachsene in Deutschland, Russland und den USA.

Besonnenheit: Deutsche haben umfassendes Verständnis von Schulden

„Für die Deutschen gehören Schulden zum Alltag – wer sich Konsumwünsche erfüllen möchte, nutzt auch mal eine Finanzierung“, so Hans Werner Scherer, Vorsitzender der Geschäftsführung der EOS Gruppe. Die meisten Kreditnehmer würden dabei jedoch „besonnen“ handeln. Selbst wenn der Studie zufolge jeder zweite Deutsche Schulden hat, empfinden es nur sechs Prozent der Schuldner als „selbstverständlich“, einen Kredit aufzunehmen. Insgesamt bescheinigt die EOS-Studie den Deutschen ein „sehr umfassendes“ Verständnis von Schulden.

In der Schuldenstudie gelten Personen dann als verschuldet, wenn diese einen oder mehrere Ratenkredite oder eine Immobilienfinanzierung zurückzahlen. Mit 55 Prozent bedienen die meisten der verschuldeten Deutschen nur einen einzigen Kreditvertrag: 24 Prozent davon sind Ratenkredite, 18 Prozent Immobilienkredite, 14 Prozent andere Ratenfinanzierungen bei Autohändlern oder Versandhäusern.

Rückzahlung: Jeder sechste Schuldner ist schon mal in Schwierigkeiten geraten

Jeder sechste Schuldner in Deutschland hat der Studie zufolge seine Kreditrate bereits ein- oder mehrmalig nicht zahlen können. 84 Prozent der Kreditnehmer fühlten sich schlecht, wenn sie Außenstände nicht begleichen können. Finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen zu können, sei laut Scherer eine „emotional belastende Situation“. Jedoch scheint in puncto Pflichtbewusstsein ein Unterschied zwischen Krediten von privat und Bankkrediten zu bestehen.

Die Begleichung von persönlichen Schulden bei Familie oder Freunden habe laut Schuldenstudie oberste Priorität, während die Tilgung eines Haus- oder Wohnungskredits bei der Bank nur auf Platz acht landet. Dies sei ein alarmierendes Ergebnis, „schließlich können anhaltende Zahlungsschwierigkeiten bei Immobilien im schlimmsten Fall den Verlust des eigenen Zuhauses bedeuten“, warnt Scherer.

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