Studie: Einkommen im Alter steigt – Altersarmut jedoch auch

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.05.2017

Beim Gedanken an ihre Rente kommt den Deutschen schnell die drohende Altersarmut in den Sinn. Doch obwohl das gesetzliche Rentenniveau sinkt, haben Deutschlands Senioren mehr als erwartet. Eine neue Einkommens-Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeichnet ältere Menschen als Gewinner der letzten drei Jahrzehnte aus. Im Vergleich zu jüngeren Jahrgängen fällt ihre Entwicklung des Realeinkommens weit besser aus.

Sie ist das Schreckgespenst der deutschen Debatten: Die drohende Altersarmut. Einer neuen Einkommens-Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge hängen die Älteren die Jüngeren im Hinblick auf die Entwicklung des Realeinkommens deutlich ab. So haben deutsche Senioren, trotz sinkenden Rentenniveaus, mehr zur Verfügung als erwartet und sind die Gewinner der letzten drei Jahrzehnte.

Entwicklung des Einkommens

Die gesetzlichen Rentenniveaus sinken und immer mehr Menschen haben Angst, im Alter zu verarmen. Einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge ist diese Furcht jedoch teilweise unbegründet. Denn in den letzten drei Jahrzehnten hängen ältere Menschen die Jüngeren in der Entwicklung des Realeinkommens maßgeblich ab. Eine Befragung tausender Haushalte für das sozio-ökonomische Panel ergab, dass die Gruppe der 65-74-jährigen Westdeutschen ihr Einkommen seit 1980 im Schnitt um 52 Prozent anheben konnte. Im gleichen Zeitraum legte die Gruppe der unter 45-Jährigen nur um 21 bis 31 Prozent zu.

Trotzdem zeigt sich, insbesondere in den letzten Jahren, ein stärkeres Risiko zur Armut. Obwohl dieses für ältere Generationen nicht von der Hand zu weisen ist, sind jüngere Vergleichsgruppen im Schnitt stärker betroffen. Während 1984 ein knappes Drittel der Rentner im unteren Einkommensdrittel lag, galt dies 2014 nur noch für 19 Prozent. Inzwischen siedeln sich immer mehr Ruheständler mit ihrem Einkommen im mittleren Bereich an. Dies ist jedoch weniger in dem Rentenniveau, das von 1970 bis 2015 um 7,5 Prozent sank, sondern in der verstärkten betrieblichen und privaten Vorsorge und zunehmend berufstätigen Frauen begründet.

Armut dennoch ein Problem

Die Anzahl der älteren Menschen, die im Alter eine Grundsicherung beziehen, lag im Jahre 2015 bei etwa 3,1 Prozent. Bei den Deutschen unter 65 Jahren liegt diese Quote bei knapp zehn Prozent.

Die Problematik liegt vor allem im Zusammenhang einer Armutsgefährdung im erwerbsfähigen Alter und dem damit verbundenen Armutsrisiko im Alter. Dies scheint auch der leichte Anstieg des Armutsrisikos seit 2000 zu bestätigen, der einen traurigen Trend markiert, welcher sich fortsetzen dürfte.

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Quellen: Spiegel, Stern, Zeit

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