Vermögensverwaltung: So lassen Reiche Geld anlegen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.05.2015

Erstmals wurden jetzt in eine Studie Strategien für die Vermögensverwaltung der Superreichen unter die Lupe genommen. Dabei stellte sich heraus, dass Reiche beim Geld anlegen viel Wert auf Sicherheit legen. Eine gute Anlagestrategie für Millionäre muss demnach in erster Linie das Vermögen erhalten. Gewinne durch Zinsen und Renditen sind hingegen nur zweitrangig wichtig.

Die Superreichen überlassen die Vermögensverwaltung in vielen Fällen Profis. Als Königsklasse gelten dabei die sogenannten „Family Offices“, wo Top-Anlageprofis die Anlagestrategien für ihre zahlungskräftigen Kunden entwickeln und deren Geld anlegen. In einer aktuellen Studie des Bayerischen Finanz Zentrums (BFZ) und der Complementa Investment-Controlling AG, die dem „Handelsblatt“ vorliegt, wurden nun erstmalig die Strategien und Depots dieser Family Offices ausgewertet.

Geld anlegen – aber sicher

Die im Rahmen der Studie erfolgte Analyse der Anlagestrategien zeigt, dass das Thema Sicherheit bei der Vermögensverwaltung eine immer wichtigere Rolle spielt. Nur vier Prozent der „Single Family Offices“, die nur für einen einzelnen Kunden Geld anlegen, bewerten sich im Jahr 2015 noch als risikofreudig. Ein Jahr zuvor lag der Anteil mit 22 Prozent deutlich darüber. Wer die Strategien der Family Offices als Indikator für die eigene Geldanlage nutzen möchte, könnte langsam über eine Absicherungsstrategie nachdenken, sagt Professor Wolfgang Gerke, Co-Autor der Studie. Die Auswertung der Depotzusammenstellungen ergab, dass „Private Equity“ – also Eigenkapital, das nicht an der Börse angelegt, sondern beispielsweise in Unternehmensbeteiligungen investiert wird –aktuell das beherrschende Thema zu sein scheint.

So legen die Reichen ihr Geld an

Unternehmensbeteiligungen sind das „große Ding“ bei der Vermögensverwaltung

„Wenn es im Moment eine Mode gibt, dann ist es Private Equity. Man will diese Assetklasse viel stärker bearbeiten“, erklärt Finanzwirtschaftsexperte Gerke. Die Family Offices erwerben dabei Anteile an Unternehmen und versuchen, den Marktwert der Firmen zu steigern. Bei einem späteren Verkauf der Anteile oder einem erfolgreichen Börsengang winken dann attraktive Renditen. Aktien seien gut, aber Unternehmensbeteiligungen wären das ganz große Ding in den kommenden Jahren, so Gerkes Einschätzung. Private Anleger können per Private Equity kaum erfolgreich Geld anlegen, denn dazu ist eine erhebliche Kapitalmenge erforderlich. Allerdings bleibt ihnen die Möglichkeit auf Aktien, auch in Form von ETFs, und Unternehmensanleihen zu setzen. Eine solche Strategie lässt sich zum Beispiel über ein Depot recht einfach umsetzen. Bei der Auswahl einer Anlagestrategie oder dem Aufbau eines eigenen Depots sollte jedoch auch auf die Risikominimierung gesetzt werden. Genau wie die Family Offices bei der Vermögensverwaltung, sollten auch Privatanleger stets einen ausgewogen großen Anteil an Zinspapieren im Portfolio haben.

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