Studie: Grundsteuern steigen deutlich an

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.08.2018

In den vergangenen fünf Jahren haben viele Städte und Gemeinden in Deutschland die Steuern erhöht. Das betrifft insbesondere die Grundsteuer für Immobilienbesitzer, aber auch die Gewerbesteuern sind vielerorts gestiegen. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young kam es in etwa 60 Prozent aller Gemeinden zu den Erhöhungen – nur etwa ein Prozent hat die Steuern seit 2012 gesenkt.

Erhöht werden die Abgaben dabei über den sogenannten Hebesatz. Mit diesem können Kommunen innerhalb eines bestimmten Rahmens individuell festlegen, wie hoch Gewerbe- und Grundsteuern ausfallen. Seit dem Jahr 2005 ist der durchschnittliche Hebesatz nicht mehr gefallen, sondern in fast jedem Jahr gestiegen. Besonders hoch fällt er im Schnitt in Nordrhein-Westfalen (534 Prozent) und Hessen (434 Prozent) aus.

Steuererhöhungen sind die Regel

Im Durchschnitt liegt der bundesweite Hebesatz für die Grundsteuer – nicht zu verwechseln mit der Grunderwerbssteuer – bei 375 Prozent. Hausbesitzer zahlen seit Jahren steigende Steuern, wie die Ernst & Young Studie belegt. Nahmen die Kommunen im Jahr 2012 noch rund zwölf Milliarden Euro Grundsteuern ein, sind es im vergangenen Jahr schon fast 14 Milliarden Euro gewesen.
Noch höher sind die Einnahmen bei der Gewerbesteuer. In den letzten fünf Jahren erhöhten 53 Prozent der Städte und Gemeinden den Hebesatz, der bundesweit bei 362 Prozent liegt und seit nunmehr zwölf Jahren jedes Jahr ansteigt. Besonders hoch ist der Satz auch hier wieder in Nordrhein-Westfalen. Unternehmen in Bayern und Brandenburg zahlen hingegen die geringsten Gewerbesteuern. Im Jahr 2017 konnten die Kommunen so Gewerbesteuereinnahmen von 44,2 Milliarden Euro einnehmen. Vor fünf Jahren waren es noch fast zehn Milliarden Euro weniger.

Überschüsse für die Kommunen

Steuererhöhungen und auch die ohnehin positive, wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre führen bei Städten und Gemeinden mittlerweile zu Haushaltsüberschüssen. Sie nahmen im Jahr 2017 10,7 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben. Das ist der höchste Überschuss seit 20 Jahren.

Quelle: bild.de

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