Studie: Kraftstoffverbrauch von Neuwagen höher als angegeben

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.11.2017

Im Durchschnitt verbrauchen Neuwagen 42 Prozent mehr Kraftstoff, als in den Produktbeschreibungen von den Herstellern angegeben wird. Dadurch entstehen Autofahrern nicht nur Mehrkosten für den Sprit, auch die Umweltbelastung durch den erhöhten CO2-Ausstoß steigt. Trotz dieser Verstöße sind die Sanktionsmöglichkeiten gegen die Autohersteller bisher unzureichend.

Zwischen dem angegebenen Kraftstoffverbrauch der Hersteller und dem tatsächlichen Spritverbrauch von Autos existierte schon immer eine gewisse Differenz. Denn die Neuwagen werden im Labor und nicht unter realen Bedingungen getestet. Die jetzt vom International Council on Clean Transportation (ICCT) errechnete Differenz von 42 Prozent ist allerdings so groß wie nie zuvor. Entsprechend fordern die Forscher bessere Sanktionsmöglichkeiten, die den Verbraucher und die Umwelt schützen.

Steigende Differenz seit 2013

Zum ersten Mal führte das ICCT seine Studie zum realen Kraftstoffverbrauch von Neuwagen im Jahr 2013 durch. Schon damals lag die Differenz aus tatsächlichem und angegebenem Verbrauch bei 25 Prozent. Allerdings stieg der Wert jetzt weiter an: „Die Kluft zwischen offiziellem und tatsächlichen Verbrauch ist dabei so groß wie noch nie. Noch vor zehn Jahren betrug die Differenz zwischen dem von den Herstellern veröffentlichten und dem real gemessenen Verbrauch nur etwa 15 Prozent“, so der ICCT-Geschäftsführer in Europa, Peter Mock. Möchten Autofahrer also durch den Kauf eines Neuwagens Sprit sparen, ist der reduzierte Verbrauch in der Praxis deutlich geringer, als beim Autokauf angenommen.

Positiv stimmt die Forscher des ICCT, einem unabhängigen Forschungsinstitut, das unter anderem den VW-Diesel-Skandal in den USA mit aufgedeckt hat, dass seit September für alle Hersteller strengere Testverfahren gelten würden. So solle sich die Diskrepanz aus offiziellen und realen Verbrauchswerten um rund 50 Prozent halbieren können.

Sanktionsmöglichkeiten nicht ausreichend

Trotz der strengeren Richtlinien sind die Forscher allerdings skeptisch, denn auch die neuen Regelungen ließen noch Schlupflöcher zu. Es seien weitere Schritte notwendig, damit die Autohersteller in ihren Testlaboren auch wirklich realistische Werte ermitteln. Insbesondere müssten Straßentestes eingeführt werden, damit Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß wirklich praxisnah ermittelt werden können.

Darüber hinaus hält es das ICCT für unerlässlich, endlich europaweit einheitliche Sanktionsmöglichkeiten einzuführen. Diese sollen greifen, wenn bestimmte Obergrenzen bei der Abweichung aus Alltagswerten und Laborwerten festgestellt werden. „Sonst ändert sich nichts“, sagte Mock der Rheinischen Post.

Quellen: RP-Online, Deutschlandfunk, Thüringen24

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