Studie: Mehr Wirtschaftswachstum durch öffentliche Investitionen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.02.2017

Die Wirtschaft lässt sich durch mehr staatliche Investitionen deutlich ankurbeln. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Würden in Deutschland 3,3 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts in Sanierungen und den Bau von Bildungseinrichtungen oder der Infrastruktur investiert werden, so könne das Wachstum auf 1,6 Prozent erhöht werden. Damit sähe sich die paradox anmutende These eines Zusammenhangs zwischen höheren Ausgaben und geringerer Staatsverschuldung bestätigt.

Ein Staat, der mehr ausgibt und dennoch über gesteigerte Mittel verfügt? Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wäre genau das mit höheren staatlichen Investitionen zu erreichen. Durch 3,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes könnten Sanierung und Bau von Schulen oder Straßen finanziert werden und so das Wachstum auf 1,6 Prozent erhöht werden. Bereits im Vorfeld der Studie hatten Ökonomen auf eine geringere Staatsverschuldung durch höhere Infrastrukturausgaben hingewiesen.

Studie zeigt Wachstumspotenziale

Die Forscher unterstützen mit den fünf entwickelten Modellen die Forderungen einer vom früheren Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eingesetzten Expertenkommission. Diese stellte den Anspruch an festgelegte Summen für die öffentliche Infrastruktur. Zwar würde dies den Staatshaushalt kurzfristig mehr belasten, sich jedoch in Zukunft mit sinkenden Schuldenstandsquoten von 70 Prozent auf 50 Prozent auswirken.

Aus dem derzeitigen BIP, das ein Wachstum von 1,4 Prozent verzeichnet, wurden zwischen 2005 und 2014 jährlich etwa 2,2 Prozent investiert. Mit der im präferierten Model angestrebten Steigerung auf 3,3 Prozent läge Deutschland im Durchschnitt der in der OECD verzeichneten Mitgliedsländer. Die Kennziffer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zeigt das Verhältnis des nationalen BIP zu den getätigten staatlichen Investitionen.

Die Berechnungen der Bertelsmann-Stiftung prognostizieren für das Jahr 2025 eine um 80 Milliarden Euro erhöhte Erwirtschaftung. Anders als bei den derzeit stagnierenden Werten würde sich zudem der Kapitalstock auf 420 Milliarden weiten. Die Steigerung sei nicht nur mit dem Abbau des Haushaltsdefizites vereinbar, der mit dem Wachstum um 0,2 Prozentpunkte langfristig unterstützt werde, sondern bietet weitere positive Effekte.

Die Wirkung der Mehrinvestitionen

So würden sich sowohl die Produktivität als auch die privaten Investitionen erhöhen. Die Studienautoren verdeutlichten zudem die positive Wirkung der verbesserten Haushaltsbilanz und des erhöhten BIP auf das allgemeine wirtschaftliche Wachstum sowie den gesellschaftlichen Wohlstand. Eine alleinige Fixierung auf den Schuldenstand hätte eine weitere Stagnation durch zu geringe öffentliche Investitionen zur Folge. Diese beraube die Republik wirtschaftlicher Möglichkeiten und kommende Generationen eines erfolgreichen sowie nachhaltigen Haushalts. Mit weiterem Verzicht laufe Deutschland Gefahr, sich „kaputt zu sparen“.

Quellen: Welt, Handelsblatt, FAZ

Aktuelle News

Regierung plant Verbesserung der Restschuldversicherung
Regierung plant Verbesserung der Restschuldversicherung
Im Fall von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod kann ein Kredit für den Nehmer oder dessen Hinterbliebene zur großen Belastung werden. Vor dem Zahlungsausfall soll die Restschuldversicherung schützen,...
Stärkstes Wirtschaftswachstum seit einem Jahr
Stärkstes Wirtschaftswachstum seit einem Jahr
Die deutsche Wirtschaft ist weiterhin auf Erfolgskurs und startete schwungvoll ins Jahr 2017. Angetrieben von steigenden Unternehmensinvestitionen, einem verbesserten Außenhandel, dem Bauboom und einem...
Nullzinspolitik: 436 Milliarden Euro Zinseinbußen für Sparer
Nullzinspolitik: 436 Milliarden Euro Zinseinbußen für Sparer
Die Europäischen Zentralbank hat den zentralen Zinssatz mit null Prozent auf einen historischen Tiefstwert gesenkt. Diese Zinspolitik kommt deutsche Sparer einer aktuellen Rechnung nach teuer zu stehen....

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und Amazon-Gutschein gewinnen!