Studie: Bis 2040 fehlen 3,3 Millionen Fachkräfte

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.09.2017

In Deutschland wächst und wächst der Mangel an Fachkräften. Angebot und Nachfrage klaffen dabei immer weiter auseinander und nähren eines der potenziell größten Probleme der Wirtschaft. Einem Bericht des Forschungsinstituts Prognos zufolge könnten im Jahre 2040 bis zu 3,3 Millionen qualifizierte Kräfte fehlen. Forscher und Bundesregierung mahnen zum Handeln.

Einem Bericht des Forschungsinstituts Prognos zufolge kommen dramatische Veränderungen auf den Arbeitsmarkt zu. Bereits jetzt klagt die deutsche Wirtschaft über einen massiven Mangel an qualifizierten Kräften. Laut der Prognosen wird die Schere von Angebot und Nachfrage noch weiter auseinanderklaffen. Im Jahre 2040 könnte die deutsche Wirtschaft mit dem immensen Problem von 3,3 Millionen fehlenden Fachkräften konfrontiert sein. Bundesregierung sowie Forscher warnen und sehen dringenden Handlungsbedarf.

Ein massives Problem der Wirtschaft

Vom Baseler Forschungsinstitut Prognos gibt es neue Zahlen zu einem nicht ganz neuen Problem. Bis 2030 hätte Deutschland den Prognosen nach einen Fachkräftemangel von drei Millionen Personen zu beklagen. Eine Dekade später werden demnach rund 3,3 Millionen qualifizierte Kräfte fehlen. Dieser Umstand bilde ein Kernproblem der deutschen Wirtschaft, deren künftiges Wachstum unmittelbar damit zusammenhänge. Grund für die Lücke sehen die Studienautoren in einem ebenso bekannten Problem – dem demographischen Wandel.

„Im Zuge des demografischen Wandels wird sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den nächsten zehn bis 20 Jahren erheblich verschärfen", sagt Studienverfasser und Diplom-Volkswirt Oliver Ehrentraut. In der Studie heißt es, dass bis 2040 die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter um etwa ein Zehntel sinken soll und die geburtenstarken Jahrgänge allmählich alle in Rente gehen. Fachkräfte würden damit in allen Branchen zur relativen Mangelware.

Zusätzliche Faktoren des Mangels

Zu den grundsätzlichen Veränderungen auf den Arbeitsmarkt tragen auch der internationale Wettbewerb und ein verändertes Konsumverhalten bei. Einen großen Faktor mache ebenfalls die Digitalisierung aus, die viele Berufe ihrer Bedeutung beraube. Laut Prognos wäre mit dem massiven Wegfall von zum Beispiel Überwachungstätigkeiten, Packern oder Lastwagenfahrern, Sachbearbeitern von Krediten, Immobilienmaklern sowie Buchhaltern zu rechnen. Für 2020 prognostiziert die Studie dafür beispielsweise einen Mangel an Managern, Forschern, Ingenieuren, Ärzten und Pflegern sowie in geringem Ausmaß an Journalisten und Personen im Kreativbereich. Dabei fehlen sowohl Arbeitskräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung als auch Hochschulabsolventen. Von Arbeitslosigkeit bedroht seien vor allem unqualifizierte Arbeiter. Lösungsansätze lägen im leichteren Berufseinstieg nach der Elternpause, zusätzlichen Anreizen zum späteren Renteneintritt, effektiveren Weiterbildungen, verbesserten beruflichen Ausbildungen und der Gewinnung von Teilzeitkräften für verlängerte Arbeitszeiten.

Quellen: Zeit, Spiegel

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