Studie: Voraussichtlich stark steigende Kassenbeiträge bis 2020

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.03.2017

Bis zum Jahr 2020 erwarten Experten einen starken Anstieg der Kassenbeiträge. Von bis zu 60 Euro mehr im Monat ist bei gesetzlich Krankversicherten die Rede. Diese sind bisher von massiven Erhöhungen weitestgehend verschont geblieben. Bleiben Reformen weiterhin aus, so prognostiziert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) noch höhere Beiträge.

Eine neue Studie des Instituts für deutsche Wirtschaft prognostiziert deutlich steigende Kassenbeiträge bis 2020. Bislang sind gesetzlich Krankversicherte von massiven Erhöhungen verschont geblieben, doch soll sich das innerhalb der nächsten drei Jahre ändern. Ohne hinreichende Reformen warnt das Institut vor Beiträgen, die monatlich 60 Euro und mehr über dem jetzigen Niveau liegen.

Beiträge auf steilem Weg nach oben

Für die Experten des Instituts für Wirtschaftsforschung sind die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung auf direktem Weg nach oben. Für das Jahr 2020 gehen sie von einem Anteil von 16,5 Prozent aus und sehen die Zahlen bis 2040 (19,2 Prozent) sowie 2050 (20,2 Prozent) wachsen. Damit zeigt die Prognose einen Gesamtanstieg der Beiträge um rund 35 Prozent. Neben den frei wählbaren Zusatzoptionen liegt der Satz aktuell bei 14,6 Prozent. Für die gesetzliche Pflegeversicherung soll der Anstieg noch größer ausfallen. Während die Sätze derzeit bei 2,5 Prozent liegen, sollen sie innerhalb der nächsten drei Jahre auf 2,55 Prozent und bis 2050 auf 3,7 Prozent steigen. Der Beitrag zur Pflegeversicherung würde sich damit um ganze 63 Prozent erhöhen.

Gründe und Auswirkungen der Erhöhung

Bei einem Monatsgehalt von 3.000 Euro Brutto werden derzeit gut 495 Euro für die Kranken- und 76,5 Euro für die Pflegversicherung fällig. In drei Jahren würde die Krankenversicherung 60 Euro und die Pflegeversicherung 0,75 Euro Mehraufwand bedeuten. Bis 2050 soll die Krankenversicherung rund 170 Euro und die Pflegeversicherung 36 Euro mehr kosten. Die Hälfte wird dabei vom Arbeitgeber getragen. Dies gilt jedoch nur, wenn der derzeitige Satz von 14,6 Prozent steigt. Sollten sich hingegen Zusatzbeiträge erhöhen, so würden Arbeitnehmer stärker belastet. 

Die Gründe der Erhöhung sieht das Institut vor allem in der demographischen Entwicklung. Steigende Lebenserwartungen mit hohen Krankheitskosten treffen auf immer weniger junge Versicherte. Kamen 2015 noch 2,2 Erwerbstätige auf einen Rentner, sollen es 2050 nur 1,4 arbeitende Versicherungspflichtige sein. Die Zahl der Pflegebedürftigen soll sich von 2,6 Millionen im Jahr 2015 auf vier Millionen bis 2050 erhöhen. Laut IW entstehen dadurch um 80 Prozent höhere Kosten. Insgesamt sieht das Institut eine zunehmende Finanzierungslücke in Milliardenhöhe, die bei gleichbleibenden Zuschüssen und Leistungsniveaus erhöhte Beiträge mit sich bringt.

Quellen: Focus, Ärztezeitung

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