IW-Studie: Wo die Wohnungsnot am größten ist

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.09.2015

Vor allem Großstädte kommen mit dem Bau neuer Wohnungen nicht hinterher. In München, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main und Köln ist die Wohnungsnot besonders groß. Erschwerend kommt hinzu, dass in der Baubranche Fachkräfte fehlen. Da der Bedarf an Wohnraum immer weiter steigt, ist eine Entspannung der Lage vorerst nicht in Sicht.

Die Wohnungsnot in deutschen Metropolen nimmt zu. In den Jahren 2010 bis 2014 wurde in der Bundesrepublik zwar mehr gebaut als in den Jahren zuvor, doch die Neubauten reichen nicht aus und befinden sich zudem oft in den falschen Gegenden. Das geht aus aktuellen Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hervor. In den vergangen vier Jahren wurden demnach 310.000 Wohnungen zu wenig gebaut. Menschen, die eine Mietwohnung suchen, bekommen das immer mehr zu spüren.

Wohnungsnot aufgrund zu geringer Bautätigkeit und zusätzlichem Bedarf

Am größten ist die Wohnungsnot in den fünf größten Städten, in denen insgesamt 160.000 Wohnungen fehlen. Besonders groß ist der Nachholbedarf in Berlin. Hier hätten in den Jahren 2010 bis 2014 rund 55.600 Wohnungen mehr entstehen müssen, um einen zusätzlichen Bedarf von insgesamt 85.175 Wohnungen zu decken. In München wurden 40.200 Wohnungen zu wenig gebaut, in Hamburg 34.600 Wohnungen, in Frankfurt am Main 18.100 Wohnungen und in Köln 15.000 Wohnungen. 91 Prozent aller Wohnungen, die aufgrund von zu geringer Bautätigkeit fehlen, sind laut IW Köln nur 46 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten zuzuordnen.

Fachkräftemangel in der Baubranche verschärft Wohnungsnot

Das IW Köln erwartet aufgrund niedriger Zinsen und entsprechend günstigen Konditionen für die Baufinanzierung zwar weiterhin einen Bauboom. Jedoch hat es die Branche immer schwerer, der gestiegenen Auftragslage nachzukommen. In einer Befragung des IW Köln und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RBSM klagten 11 Prozent der befragten Firmen über einen Fachkräftemangel. Bei Entwicklern großer Bauprojekte sind es sogar 21 Prozent, die nicht ausreichend Fachpersonal finden.

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